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Kunst: Acht Berliner nach Edinburgh

aus DER SPIEGEL 30/1975

»Der Himmel über Schöneberg ist längst versilbert«, behauptet der Berliner Maler Karl Horst Hödicke und macht das sichtbar: Düstere Hinterhöfe hat er senkrecht nach oben photographiert, die Aufnahmen auf große Leinwände gebracht und die bizarren Firmament-Ausschnitte mit Blattsilber ausgelegt. Die Werkgruppe, zunächst in der Galerie Block vorgestellt, reist nunmehr mit zum Edinburgh Festival, wo »8 from Berlin« (Ausstellungstitel) die lebhafte Halbstadt-Szene würdig, doch gleichsam spiegelverkehrt repräsentieren. Die vom Galeristen Folker Skulima getroffene Auswahl ist gegen den in Berlin vorherrschenden realistischen Strich gebürstet, Konstruktion und Konzeption beherrschen das Bild. Auch zwei Ausländer (Gäste des DAAD) sind für das Berlin-Team aufgestellt: der Amerikaner Edward Kienholz und der Ungar László Lakner, der zwar malt, als wär"s photographiert, aber wie Hödicke Gedanken-Pointen anbringt. Sein Sujet sind einzeln porträtierte Bücher mit so beziehungsreichen Titeln wie »Das Schöne und die Kunst«.

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