Zur Ausgabe
Artikel 46 / 70

Kunst: Der Freiheit eine Klammer

aus DER SPIEGEL 29/1976

Der New Yorker Pop-Artist Claes Oldenburg hegt ein »Faible für Wäscheklammern«. In Philadelphia hat der Künstler jetzt. zur Bicentennial-Feier, eine 15 Meter hohe, viel bespöttelte »Freiheits-Wäscheklammer« aufgerichtet, die ihm als eine zeitgemäße Form der Freiheitsglocke dünkt. Umstritten wie in Philadelphia. wo Massen irritierter Autofahrer das monumentale Klammer-Werk verkehrshindernd umkreisen, sind Oldenburg-Skulpturen auch andernorts. Seine rote »Geometrische Maus« entlockte den Bürgern von Houston in Texas »Entsetzensschreie« ("Newsweek"), und in der piekfeinen Universität Yale rümpft man über seinen kolossalen »Lippenstift« die Nase. Die Stadtväter von Chicago haben derweil einen 30 Meter langen, 250 000 Mark teuren Baseball-Schläger bestellt, der das städtische Sozialamt zieren soll.

Zur Ausgabe
Artikel 46 / 70
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.