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Kunst: Vom Monument zum Massenmedium

aus DER SPIEGEL 7/1976

Die Kunst, einst Synonym für stabile Denkmäler, will sich in bewegte Abbilder auflösen, »Monumente durch Medien ersetzen«. Unter diesem Titel wird die dynamische Tendenz in einer Ausstellung des Wuppertaler Kunst- und Museumsvereins mit Happening-Relikten, Photos, Filmen und Videos belegt. Beispiel: Statt eine Plastik hinzustellen, verformt der Amerikaner Baldessari auf dem TV-Bildschirm mit Hingabe einen Hut. Aussteller Johann Heinrich Müller beschreibt dergleichen, witzig überpointiert, als logischen Schlußpunkt abendländischer Kunst, an dem die Künstler sich wieder einer »beherrschenden Instanz anvertrauen": den (Massen-)Medien. Nur weil das Fernsehen, ach, diese Liebe nicht voll erwidere, dürfe das Museum noch den Vermittler spielen.

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