Kunstauktionen Diese Marilyn Monroe soll für 200 Millionen versteigert werden

Ein berühmtes Bild von Andy Warhol könnte bei den New Yorker Frühjahrsauktionen eine Rekordsumme erzielen. Noch teurer als sein Marilyn-Porträt war bisher nur ein 500 Jahre altes Gemälde.
Andy Warhols berühmtes Marilyn-Monroe-Porträt: Die Auktionäre hoffen auf ein Rekordergebnis

Andy Warhols berühmtes Marilyn-Monroe-Porträt: Die Auktionäre hoffen auf ein Rekordergebnis

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Angela Weiss / AFP

Ein Porträt der Hollywood-Legende Marilyn Monroe von Pop-Art-Künstler Andy Warhol könnte das teuerste bei einer Auktion angebotene Gemälde des 20. Jahrhunderts werden: Das Auktionshaus Christie's versteigert am Montag  den 1964 entstandenen Siebdruck »Shot Sage Blue Marilyn«. Schätzpreis: 200 Millionen Dollar (rund 190 Millionen Euro).

Beim Monroe-Porträt handele es sich um »eines der seltensten und außergewöhnlichsten Bilder, die es gibt«, schrieb das Auktionshaus. »Andy Warhols Marilyn ist der absolute Höhepunkt des American Pop und das Versprechen des amerikanischen Traums, das Optimismus, Zerbrechlichkeit, Berühmtheit und Ikonographie in sich vereint«, erklärte Alex Rotter, Abteilungsleiter für Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts bei Christie's.

Wenn Warhols Werk den Schätzpreis erreicht oder sogar noch übertrifft, wäre es das zweitteuerste jemals versteigerte Gemälde der Geschichte. Nur eines brachte bisher mit Abstand noch mehr ein: das Ölgemälde »Salvator Mundi« (»Heiland der Welt«), das um 1500 entstand, Jesus Christus zeigt und häufig dem Renaissance-Meister Leonardo da Vinci zugeschrieben wird, was aber kunsthistorisch nicht gesichert ist. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman ersteigerte es vor fünf Jahren für 450 Millionen Dollar ebenfalls bei Christie's.

Auf Platz zwei der teuersten Bilder folgt bislang »Die Frauen von Algier (Version O)«, das für knapp 180 Millionen Dollar versteigerte Ölgemälde von Pablo Picasso aus dem Jahr 1955. Auf den nächsten Rängen liegen gleich zwei Bilder aus einer Serie des italienischen Malers Amedeo Modigliani; seine beiden Gemälde »Der liegende Akt« erzielten vor einigen Jahren Verkaufspreise von 170 und von 157 Millionen Dollar. Auf Platz sieben ist das berühmte Werk »Der Schrei« des norwegischen Expressionisten Edvard Munch, vor zehn Jahren für 120 Millionen Dollar unter dem Hammer.

Auktionshäuser hoffen auf Rekordsaison

Warhols Marilyn-Porträt ist bislang im Besitz der Stiftung Thomas und Doris Ammann in Zürich, die angekündigt hat, die Einnahmen aus den Frühjahrsauktionen für wohltätige Zwecke zu verwenden. Mit dem Start in die Saison verbinden die Auktionshäuser hohe Erwartungen und hoffen auf neue Rekorde.

Neben Christie's gilt das vor allem für den großen Rivalen Sotheby's. Dort kommt jetzt unter anderem der zweite Teil der Sammlung Macklowe auf den Markt, ebenso das Bild »Femme nue couchée« von Pablo Picasso mit einem Schätzwert von 60 Millionen Dollar.

»Wir freuen uns auf eine weitere Milliarden-Verkaufswoche«, sagte Brooke Lampley, Managerin bei Sotheby's. »Es wird eine der größten Auktionsreihen in unserer Geschichte.« Allein 21 Kunstwerke würden auf jeweils mehr als zehn Millionen Dollar geschätzt. Das Auktionshaus sieht ein »anhaltendes und noch zunehmendes Vertrauen in den Kunstmarkt auf dem Weg aus der Pandemie heraus«, wie Lampley erklärte.

nga/afp/dpa