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Gestorben Lamont Dozier, 81

aus DER SPIEGEL 33/2022
Foto:

Paul Morigi / WireImage / Getty Images

Die Plattenfirma Motown wollte in den Sechzigerjahren nicht weniger verkaufen als den »Sound of Young America«. Mit diesem Motto versuchte das von Schwarzen aus Detroit betrie­bene Label, deutlich zu machen, dass die Grenzen des segregierten Musikmarkts überwindbar seien – und das weiße Publikum erreichbar. Der Musiker Lamont Dozier behauptete, er habe Motown-Boss Berry Gordy erst draufgebracht, Musik für alle zu produzieren. Unbestreitbar ist, dass die Lieder, die Dozier zusammen mit Brian und Eddie Holland schrieb, ein entscheidender Faktor für diesen Sound waren. »Where Did Our Love Go«, gesungen von drei jungen Frauen aus Detroit, die sich The Supremes nannten, war 1964 eine der ersten Nummer-eins-Singles in den US-Popcharts für Motown – und der erste von zwölf Nummer-eins-Hits für das Songwriting-Team Holland-­Dozier-Holland, zehn für die Supremes, zwei für die Four Tops. Titel wie »This Old Heart of Mine«, »You Can’t Hurry Love« oder »You Keep Me Hangin’ On« wurden später prominent gecovert und sind bis heute populär. »Das ist ein Wunder«, sagte Dozier 2015, als er mit den Holland-Brüdern auf dem Walk of Fame in Hollywood geehrt wurde. Damals hätten sie bloß ihren Lebensunterhalt bestreiten wollen. Im Streit ums Geld schieden Holland-Dozier-Holland dann von Motown. 1973 nahm Dozier eine Solokarriere auf, aber im Rampenlicht bewirkte er nicht so viel. 1989 nahm er mit Phil Collins einen Golden Globe für den Filmsong »Two Hearts« entgegen.

feb
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