Leihgaben an italienische Museen Russland verlangt Kunstwerke zurück

Die Folgen des Kriegs in der Ukraine sind längst auch in der Kultur zu spüren. Nun geraten auch Leihgaben russischer Museen in den Blick. Zwei Mailänder Häuser werden offenbar zur Rückgabe mehrerer Werke gedrängt.
»Junge Frau mit Federhut«: Tizian-Bild wurde von der Eremitage zurückgefordert

»Junge Frau mit Federhut«: Tizian-Bild wurde von der Eremitage zurückgefordert

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Zwei Museen in Mailand müssen nach eigenen Angaben geliehene Kunstwerke an Russland zurückgeben. Die Eremitage mit Sitz in St. Petersburg habe unter anderem ein Gemälde von Tizian zurückgefordert, das Teil einer gegenwärtig laufenden Ausstellung sei, sagt Domenico Piraina, Direktor des Palazzo Reale. »Als ich den Brief las, war ich verbittert, weil Kultur vor Krieg geschützt werden sollte«, erklärt er. »Aber es sind schwierige Zeiten.«

Die Gallerie d'Italia erhielt nach eigenen Angaben Forderungen von drei russischen Museen, 23 von insgesamt 200 Werken einer Ausstellung zurückzuschicken. Der Bitte werde Folge geleistet, hieß es. Die betroffene Ausstellung läuft nur noch bis zum 23. März.

Den Palazzo Reale trifft der Abzug härter, die dortige Tizian-Ausstellung wurde gerade erst eröffnet. Ähnliche Anfragen aus Russland erreichten nach Angaben italienischer Zeitungen auch die Casa Cavazzini in Udine und die Fendi Foundation in Rom.

In der Pariser Fondation Louis Vuitton werden noch bis Anfang April Werke der französischen Moderne aus der Sammlung des Fabrikanten Iwan Morosow gezeigt. In der französischen Öffentlichkeit wurden Stimmen laut, die Kunstwerke zu konfiszieren. Auch in Großbritannien gibt es Diskussionen um die Ausstellung von Fabergé-Eiern, die derzeit als Leihgabe im Londoner Victoria & Albert Museum zu sehen sind.

feb/Reuters

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