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DIREKTOREN Licht für Berlin?

Von Jürgen Hohmeyer
aus DER SPIEGEL 43/1997

Eine »Persönlichkeit« mit »wissenschaftlicher und menschlicher Autorität« wird gesucht, »Begabung für Organisation und Finanzmanagement« soll sie haben und sich noch auf eine »längere Umbau- und Konsolidierungsphase« des Hauses gefaßt machen. So war der Direktorenposten der Berliner Nationalgalerie ausgeschrieben. Die Bewerbungsfrist lief bis 22. August, doch erst im Dezember ist mit einer Entscheidung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zu rechnen. Die Stelle, die frei wird, weil der jetzige Inhaber Peter-Klaus Schuster 1998 an die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen wechselt, bietet ein lockendes Arbeitsfeld, aber auch schwere Handicaps: Die Museumslandschaft aus Alter und Neuer Nationalgalerie, Hamburger Bahnhof, Galerie der Romantik und Friedrichwerderscher Kirche ist personell unterbesetzt und durch interne Ost-West-Spannungen zerklüftet. Mittel für Ausstellungen muß zumeist ein mächtiger Freundeskreis auftreiben, einem Groß-Leihgeber sind Vorrechte verbrieft, der Generaldirektor setzt der Entscheidungsfreiheit im Hause Schranken. Nachdem die Ausschreibung wohl kein befriedigendes Echo gefunden und Armin Zweite, Direktor der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, auf Anfrage dankend abgelehnt hat, scheint nun Klaus Bußmann vom Landesmuseum in Münster aussichtsreicher Kandidat zu sein. Licht am Tunnel-Ende? Bußmann, den Berliner Querelen fern, versteht sich souverän auf alte Kunst, hat sein größtes Renommee aber durch die aktuellen münsterschen »Skulptur-Projekte« eingeheimst.

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