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Literatur: Englische Böll-Kritik

aus DER SPIEGEL 7/1976

»Wie gut ist Heinrich Böll?« Die Frage stellt, als Schlagzeile auf der Titelseite, jetzt das »Times Literary Supplement« ("TLS"). Antwort des angesehenen Londoner Literaturblattes: Nicht so gut wie Günter Graß. In einer Rezension der Böll-Bücher »Katharina Blum« (soeben auf Englisch erschienen) und »Berichte zur Gesinnungslage der Nation« spricht »TLS«-Kritiker J. P. Stern der »Danzig-Trilogie« von Graß »größere Kraft und Vitalität« bei der künstlerischen Bewältigung deutscher NS-Vergangenheit zu als dem OEuvre Bölls. An »Katharina Blum« bemängelt er »die vorgefaßten moralischen Stereotypen«; der satirische Humor der »Berichte« stimme den Leser eher »matt-melancholisch«. Überschrift von Sterns Böll-Besprechung: »Ein ehrenwerter Mann.«

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