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Literatur-Kritik

aus DER SPIEGEL 32/1972

Gute Presse für deutsche Avantgardisten im Ausland: Peter Handke, so lobte jetzt die »New York Times« anläßlich der US-Ausgabe von »Die Angst des Tormanns beim Elfmeter« ("The Goalie's Anxiety at the Penalty Kick"), dieser Handke sei »brillant, einfallsreich und unsympathisch ein bißchen wie Lebertran: unangenehm aber wahrscheinlich gut bekömmlich«. Gewichtiger wurde Arno Schmidt gewürdigt: Londons »Times Literary Supplement« (TLS) widmete sich fast zwei Seiten lang der »Schule der Atheisten« (deutsche Originalausgabe) und dem Gesamtwerk des »deutschen Joyce. TLS-Redakteur Labanyi: »Für uns ist Schmidt besonders interessant, weil es solche experimentellen Autoren hier kaum gibt.« Schlecht angekommen ist hingegen Jakov Lind: Der einst deutsch, neuerdings englisch schreibende Erzähler. der mit seinem »Selbstportrait« vor zwei Jahren gerade in den USA gut reussiert hatte, veröffentlichte jetzt »Eine weitere Autobiographie« (Untertitel) -- die »New York Times Book Review« beurteilte das Buch (Titel: »Numbers") mit seinen Szenen »wahnsinniger Kopulation« und seinem »Ersatz-Zynismus« als »beinahe katastrophal«.

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