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Literaturnobelpreis 2012: Schelte von Ai Weiwei

Foto: DAVID GRAY/ REUTERS

Literaturauszeichnung Ai Weiwei kritisiert Nobelpreis für Mo Yan

Der regierungskritische chinesische Künstler Ai Weiwei hat die Vergabe des Literaturnobelpreises an seinen Landsmann Mo Yan kritisiert. Dieser sei möglicherweise ein guter Schriftsteller, aber "kein Intellektueller, der die heutige chinesische Zeit vertreten kann", lautet sein Urteil.

Hamburg - Der chinesische Dissident und Künstler Ai Weiwei ist für seine deutlichen Worte bekannt. Entsprechend hat sich der Regimekritiker von Weltklasse auch zur Vergabe des Literaturnobelpreises an seinen Landsmann Mo Yan geäußert und diese kritisiert. "Einen Nobelpreis an jemanden zu geben, der von der Realität abgehoben lebt, ist eine rückständige und unsensible Verfahrensweise", sagte Ai der Tageszeitung "Die Welt".

Er akzeptiere das politische Verhalten von Mo Yan in der Realität nicht, führte Ai aus: "Er ist möglicherweise ein guter Schriftsteller. Aber er ist kein Intellektueller, der die heutige chinesische Zeit vertreten kann." Moderne Intellektuelle hätten eine tiefgehende Beziehung zur aktuellen Realität des Landes.

Im Kurznachrichtendienst Twitter schrieb Ai sogar: "Ein Schriftsteller, der sich nicht der Realität stellt, ist ein Lügner."

Mo war am Donnerstag der diesjährige Literaturnobelpreis zugesprochen worden. Chinesische Literaturprofessoren sahen einen "historischen Durchbruch", Dissidenten werfen dem Autor zu große Staatsnähe vor. Der 57-Jährige, der unter anderem "Das rote Kornfeld" geschrieben hat, ist einer der erfolgreichsten Schriftsteller der Volksrepublik.

kha/siu/dpa/AFP/Reuters