Literaturauszeichnung Bachmannpreis wird nach neuem Punktesystem vergeben

Mehr Spannung, so lautet das Ziel des Bachmannpreises 2022: Die Gewinnerin oder der Gewinner wird deshalb zum ersten Mal nach Punkten ermittelt. Auffällig ist in diesem Jahr auch die kulturelle Vielfalt der Teilnehmenden.
Bachmannpreis 2022 (Symbolbild): Der Hauptpreis wird diesmal erst zum Schluss verkündet

Bachmannpreis 2022 (Symbolbild): Der Hauptpreis wird diesmal erst zum Schluss verkündet

Foto: JOHANNES PUCH / ORF

Mit einem Punktesystem für die Ermittlung des Bachmannpreises wollen die Organisatoren des Wettlesens die Spannung steigern. Die Mitglieder der Jury würden nach den Lesungen ein bis neun Punkte vergeben, hieß es  bei der Vorstellung der 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Der Justiziar werde die Punkte addieren und die Gewinner der verschiedenen Preise feststellen – und zwar beginnend mit den weniger hoch dotierten Preisen. Im Fall von Punktegleichstand stimme die Jury ab. Bei den bisherigen Tagen der deutschsprachigen Literatur hatte in der entscheidenden Runde jeder Juror nur eine Stimme und die Preisverleihung begann mit dem Hauptpreis.

Das Wettlesen in Klagenfurt findet vom 23. bis 25. Juni statt. Der mit 25.000 Euro dotierte Hauptpreis wird am 26. Juni verliehen und gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen der deutschsprachigen Literatur. Daneben werden auch der Deutschlandfunk-Preis (12.500 Euro), der Kelag-Preis (10.000 Euro), der 3sat-Preis (7500 Euro) sowie der BKS Bank-Publikumspreis (7000 Euro plus Stadtschreiberstipendium) vergeben.

Im Starterfeld sind fünf Autorinnen und neun Autoren. Nicht wenige haben ihre Wurzeln außerhalb des Landes, in dem sie heute leben. Der gebürtige Iraner und freie Journalist Behzad Karim-Khani betreibt in Berlin eine Bar. Ana Marwan stammt aus Slowenien und hat ihren Lebensmittelpunkt nun auf dem Land in Österreich.

Der 57-jährige Hannes Stein wurde in München geboren, wuchs in Österreich und Deutschland auf, lebte in Schottland und Israel und ist heute in New York zu Hause. Die gelernte Schneiderin Eva Sichelschmidt aus Wuppertal pendelt zwischen Rom und Berlin, wo sie auch ein Geschäft für Spirituosen und Zigarren hat. Alexandru Bulucz stammt aus Rumänien und ist nun Berliner. Der 1971 in Bagdad geborene Usama Al Shahmani lebt in Frauenfeld in der Schweiz.

Der gesamte Wettbewerb wie auch die Preisverleihungen werden von 3sat live übertragen. Auch das Deutschlandradio überträgt den Wettbewerb mit einem Livestream.

ime/dpa
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