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Berühmte Abschiedsworte Coco Chanel (1883-1971)

Die Modeschöpferin litt kurz vor ihrem Tod unter Verfolgungsängsten und Wahnvorstellungen. Ihre letzten Worte bewiesen dennoch Stil und klaren Verstand.

Coco Chanel hat "das kleine Schwarze" kreiert, jenes unsterbliche Pariser Kleid für die erhebenden Momente des Lebens. Wenn Alter, Typ und Stimmung damit harmonierten, sollte die Dame "Chanel No. 5" tupfen – empfahl dessen Erfinderin. So wird Schönheit vierdimensional. Die Französin, gut sieben Jahrzehnte berufstätig, hat dem Bild der Frau im letzten Jahrhundert mehr Korrekturen verpasst als alle ihre Konkurrentinnen um die Mode- und Meinungsmacht.

Coco Chanel hieß eigentlich Gabrielle Chasnel, stammte aus der französischen Provinz und wirren Verhältnissen, verblüffte aber lebenslang ihre Geschlechtsgenossinnen: erst durch riesige Hüte, dann durch die Abschaffung des Korsetts und der langen Röcke, die Erfindung des züchtigen Badekostüms und des lasziven Modeschmucks. Bis zu ihrem Tod führte sie eines der trendgebenden Pariser Modehäuser.

Auch im hohen Alter blieb sie beweglich und fleißig, doch litt die Durchblutung ihres Kopfes. Immer mal wieder verlor die zarte alte Dame die Übersicht über Zeit, Ort und Situation. Tag und Nacht verschoben sich. Sie nestelte an Nähten und Accessoires, Verfolgungsängste begannen sie zu quälen.

An ihrem letzten Tag, einem Sonntag im Januar 1971, lag sie angekleidet auf ihrem Bett in einer Suite des "Ritz", wo sie seit langen Zeiten wohnte. Weil Madame Chanel ledig geblieben war, stand ihr beim Sterben nur eine Angestellte bei. "Ah, sie töten mich." – Die Angestellte: "Wer? Und weshalb denn?" – "Sie wollen mich ermorden." Die 87-Jährige schloss die Augen. Die Wahnidee verschwand.

"So stirbt man also",

flüsterte sie.