"Der Schatten des Windes" Bestsellerautor Carlos Ruiz Zafón ist tot

Bestseller wie "Der Schatten des Windes" oder "Der Fürst des Nebels" machten ihn populär. Nun ist der spanische Schriftsteller Carlos Ruiz Zafón im Alter von 55 Jahren gestorben.
Carlos Ruiz Zafón (Archivbild von 2016)

Carlos Ruiz Zafón (Archivbild von 2016)

Foto: PAU BARRENA/ AFP

Der spanische Bestsellerautor Carlos Ruiz Zafón ist tot. Der Schriftsteller sei im Alter von 55 Jahren in Los Angeles gestorben, teilte sein Verlag am Freitag mit. Zafón sei an Krebs erkrankt gewesen, meldete die Nachrichtenagentur Europapress unter Berufung auf den Verlag.

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"Carlos Ruiz Zafón, einer der besten zeitgenössischen Romanautoren, ist heute gestorben. Wir werden uns immer an Dich erinnern, Carlos!", schrieb der Verlag auf Twitter.

Berufswunsch mit vier Jahren

Zafón wurde 1964 in Barcelona geboren. Auch in seinem Werk spielte seine katalanische Heimatstadt eine wichtige Rolle. Bereits mit vier Jahren habe er gewusst, dass er Schriftsteller werden wolle, sagte er dem SPIEGEL in einem Interview. Daher habe Zafón schon als Kind Geschichten geschrieben. Seine Schule, die in einem gotischen Backsteinschloss untergebrachte Jesuitenschule Sarrià, regte ihn zum Verfassen von Schauermärchen an. Außerdem lernte er als Kind jeden Winkel von Barcelona kennen, weil sein Vater, ein Versicherungsvertreter, ihn oft für Botengänge einsetzte.

Zafón absolvierte eine Journalistenausbildung und studierte an der Universität von Barcelona. Anschließend arbeitete als Werbetexter und später jahrelang als Drehbuchautor in den USA.

Zunächst veröffentlichte er 1993 das Jugendbuch "Der Fürst des Nebels", das allein in Spanien mehr als 150.000 Mal verkauft wurde. Danach erschienen drei weitere Jugendbücher. "Der Schatten des Windes", das 2001 in Spanien und 2003 auf Deutsch erschien, galt als erster Erwachsenentitel des Autors und bis dahin auch als dessen größter literarischer Erfolg.

In über 30 Sprachen übersetzt

Denn der Auftakt der Romanreihe "Der Friedhof der vergessenen Bücher" wurde in über 30 Sprachen übersetzt und etwa 15 Millionen Mal verkauft. Damit avancierte der Roman aus dem Barcelona der Vierziger- bis Sechzigerjahre des 20. Jahrhunderts nach "Don Quijote" zum meistverkauften spanischen Roman aller Zeiten. Der zweite Teil der Reihe, "Das Spiel des Engels", erschien 2008.

In dem Gespräch mit dem SPIEGEL sagte er, das Leben sei kurz. Man müsse immer das Beste aus sich herausholen, um sich und seinen Lesern nicht wertvolle Zeit zu stehlen. Zafón habe zwei Jahre lang gegen den Krebs gekämpft, berichtete die Zeitung "La Vanguardia". Nach ersten Symptomen in London 2018 habe er sich in seiner Wahlheimat Los Angeles behandeln lassen.

Zafóns Verlag stellte der Todesnachricht ein Zitat aus "Der Schatten des Windes" voran: "Jedes einzelne Buch hat eine Seele. Die Seele dessen, der es geschrieben hat und die Seele derer, die es gelesen und erlebt und von ihm geträumt haben."

evh/dpa/AFP
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