Bilderbücher für Kleinkinder Rosa Hasen beim Ausflug

Welches Buch für welches Kind? Es müssen zu Weihnachten nicht immer die Wimmelbücher von Rotraut Susanne Berner sein. Auch von weniger bekannten Autoren gibt es gelungene Werke. In denen bevölkern zum Beispiel seltsame Kritzelwesen eine bunte Stadt.

Bohem Press 2011

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Es wird langsam Zeit, Weihnachtsgeschenke zu besorgen für die kleinen Töchter und Söhne, für Nichten, Neffen, Patenkinder und sonstige junge Verwandte und Bekannte. Am besten kommen, das haben Forscher herausgefunden, Bücher bei Beschenkten an. Und bei deren Eltern, vor allem, wenn die Beglückten noch im Kleinkindalter sind.

Aber welche Bilderbücher? Klassiker ("Gute Nacht, Gorilla" von Peggy Rathmann) und Bestseller (die Jahreszeiten-Wimmelbücher von Rotraut Susanne Berner) stehen wahrscheinlich schon im Regal oder werden von der übrigen Verwandtschaft ausgesucht. Das ist die Chance für unbekanntere Autoren und für kleinere Verlage. Zum Beispiel "Ich bin der König" vom niederländischen Autor Leo Timmers, kürzlich erschienen im Schweizer Bohem Verlag: Der Löwe verliert seine Krone, und Schildkröte, Gorilla, Schlange, Flamingo und noch ein paar andere Tiere setzen sie sich nacheinander auf. Sie behaupten, die Krone passe ihnen perfekt, und rufen: "Ich bin der König!". Was die jeweils anderen absolut lächerlich finden. Eine einfache und lustig erzählte Geschichte ist das, krachend bunt illustriert im Stil von Computeranimationen. Das wirkt sehr modern, wenn auch, für Nostalgiker, vielleicht ein wenig kühl.

Seltsame Wesen im Kritzelstil

Kleine Kinder lieben Wimmelbücher. Das beste, 2011 erschienene ist "Im Zirkus" von Peter Knorr und Doro Göbel, aber auch der Kinderbuchverlag Wolff hat dieses Jahr ein sehr originelles Werk auf den deutschen Markt gebracht: "50 Geschichten aus Mamoko" von Aleksandra Mizielinska und Daniel Mizielinski. Hier tummeln sich seltsame Wesen im Kritzelstil, von denen einige entfernt Hasen, Zebras, Giraffen, Löwen, Schildkröten ähneln. Jeder dieser Protagonisten erlebt auf den sieben Doppelseiten ein kleines Abenteuer, wobei die Geschichten miteinander verwoben sind. Da ist zum Beispiel die rosa Hasenfamilie, die zum Ausflug aufbricht oder der Maler, dem ein Bild gestohlen wird, doch der Detektiv erwischt den Einbrecher mit Hilfe eines Marsmännchens, das beim Sightseeing ein Porträtfoto vom Verbrecher geschossen hat. Besonders schön ist, dass jede Doppelseite nicht nur eine eigene Szenerie hat (Park, Marktplatz, Kirmes), sondern auch eine eigene sanfte Grundfarbe, blau, lila, rosa.

Das schönste Weihnachtsliederbuch, das man vielleicht besser schon zum Nikolaus verschenken sollte, ist bereits vor einiger Zeit erschienen, aber immer noch unbedingt empfehlenswert: "Am Weihnachtsbaume..." mit Musik von Nils Kacirek und Bildern von Franziska Biermann, inklusive Noten und CD. 24 Weihnachtslieder sind darin versammelt, von "Bald nun ist Weihnachtszeit" bis "O du fröhliche". Die Bilder zeigen einen großen Raum mit angrenzender Küche, und bei jedem Lied tritt ein neuer Gast ein. Manche bringen ihre Instrumente mit, das Krokodil hat Noten dabei, die Eisprinzessin spielt auf dem Kontrabass und verzaubert das Wohnzimmer in eine Eisbahn (zum Lied, wie könnte es anders sein, "Leise rieselt der Schnee"). Auf der CD kommen bei jedem Lied neue Instrumente hinzu, da gibt es Klopf-Geräusche, Schafs-Blöken und Räuspern. So machen alte Weihnachtslieder aufs Neue Spaß.

Ach ja: Der unbekannteste moderne Klassiker für Zwei- bis Dreijährige ist übrigens "Bu und Bä bekommen Besuch" von Lena und Olof Landström. Die beiden Schweden wurden mit dem Astrid-Lindgren-Preis ausgezeichnet, dem höchsten Preis für Kinderbücher, und trotzdem haben sie in Deutschland keinen großen Namen. Dabei verstehen sie sich wunderbar darauf, wie die Geschichte über die Schafe Bu und Bä und die Katze auf dem Baum zeigt, eine kleine originelle Geschichte für sehr kleine Kinder zu erzählen. Und das gehört zu den ganz großen Herausforderungen.



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