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24. Juni 2014, 13:25 Uhr

Amazon

Börsenverein legt Beschwerde beim Kartellamt ein

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat gegen Amazon Beschwerde beim Bundeskartellamt eingereicht. Der Online-Händler verstoße mit "erpresserischem Vorgehen gegenüber Verlagen" gegen das Kartellrecht.

Frankfurt - Missbraucht Amazon seine Marktmacht auf dem deutschen Nachfragemarkt für E-Books? Diesen Vorwurf macht der Börsenverein des Deutschen Buchhandels dem Online-Händler. Nun hat der Verband Beschwerde beim Bundeskartellamt eingelegt.

Nach Angaben des Verbands verzögert Amazon seit Anfang Mai die Auslieferung von gedruckten Büchern der Verlagsgruppe Bonnier (Ullstein, Piper, Carlsen), um höhere Rabatte beim Einkauf von E-Books zu erzwingen.

"Amazon verstößt mit seinem erpresserischen Vorgehen gegenüber Verlagen gegen das Kartellrecht", sagt Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins. "Das Geschäftsgebaren Amazons hat nicht nur Auswirkungen auf die betroffenen Verlage, sondern stellt eine Gefahr für alle Anbieter und Vertreiber von E-Books in Deutschland dar. Wir fordern das Bundeskartellamt auf, seine Untersuchungen aufzunehmen und das Vorgehen von Amazon zu unterbinden."

Schon seit Wochen wirft die Dachorganisation der deutschen Buchbranche dem Online-Händler "Erpressung" vor. Amazon verlange statt derzeit rund 30 Prozent eine Erhöhung der Rabatte auf 40 bis 50 Prozent. In den USA gibt es einen ähnlichen Konflikt mit der Verlagsgruppe Hachette.

kha/dpa

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