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Booker-Prize-Gewinnerin Catton: Schöpferin eines überwältigenden und leuchtenden Werks

Foto: OLIVIA HARRIS/ REUTERS

Auszeichnung für Autorin 28-jährige Eleanor Catton gewinnt Booker-Preis

Sie ist erst 28 Jahre alt und hat einen der renommiertesten Literaturpreise der Welt gewonnen: Eleanor Catton erhält für ihren Roman "The Luminaries" den Booker Prize. Der mehr als 800 Seiten starke Roman sei "ein überwältigendes und leuchtendes Werk", urteilte die Jury. Die Autorin findet ihr Buch vor allem - schwer.

London - Sie ist die bisher jüngste Gewinnerin des renommierten Booker-Preises: Für ihren Roman "The Luminaries" wurde die 28-jährige Neuseeländerin Eleanor Catton jetzt in London ausgezeichnet. Der Preis wurde ihr von Camilla, Herzogin von Cornwall, überreicht.

Das Werk der Neuseeländerin mit seiner überwältigenden Poesie mache geradezu süchtig, sagte der Juryvorsitzende Robert Macfarlane. In dem 832 Seiten starken Roman "The Luminaries" beschreibt Catton das Leben des Goldgräbers Walter Moody während des neuseeländischen Goldrauschs im 19. Jahrhundert.

Es sei ein "großartiger Roman", der mit "Reife und Magie eine Welt der Gier heraufbeschwört", schwärmte der Juryvorsitzende. "Es ist wunderbar komplex, ohne übergenau zu sein." Ein experimentelles Werk, das aber die traditionellen Tugenden des Erzählens nicht vernachlässige.

Catton ging als Favoritin ins Rennen

Mit dem Buch begonnen hatte die Schriftstellerin im Alter von 25 Jahren. Auf die Länge ihres Romans angesprochen, erklärte Catton, sie habe sich darüber während des Schreibens keine Gedanken gemacht. "Erst als ich das erste Exemplar bekam, habe ich gedacht, 'Jesus, das ist wirklich ganz schön schwer'." Sie habe sich eine neue Handtasche kaufen müssen, in die das Buch hineinpasse, so die Jungautorin.

Catton dankte ihrem britischen Verleger Granta dafür, dass er den "kommerziellen Druck" von ihr genommen habe - rund um ein Werk, das man getrost als "den Alptraum eines Verlegers" bezeichnen könne."

Catton war als Favoritin ins Rennen gegangen. Nur zwei Stunden brauchte die Jury, um sich für Catton zu entscheiden - für Booker-Verhältnisse sehr wenig. Unter den sechs Finalisten waren der Brite Jim Crace, der Ire Colm Toibin und Jhumpa Lahiri, US-Autorin mit indischen Wurzeln.

50.000 Pfund Preisgeld

Catton hatte vor "The Luminaries" bereits einen Roman veröffentlicht, der unter dem Titel "Die Anatomie des Erwachens" auch auf deutsch vorliegt. Neuseelands Premier John Key zeigte sich hochzufrieden über die Ehrung für die junge Frau. Die einzige Neuseeländerin, die vor ihr den Preis gewann, ist Keri Hulme, die 1985 ausgezeichnet wurde.

Der Booker-Preis ist mit 50.000 Pfund (umgerechnet gut 59.000 Euro) dotiert. Die Auszeichnung, die jedes Jahr verliehen wird, gilt als eine der wichtigsten Ehrungen für englischsprachige Autoren aus Großbritannien, dem Commonwealth und Irland. Ab dem kommenden Jahr können auch Schriftsteller aus anderen Ländern ausgezeichnet werden, ihre Werke müssen aber zuerst in englischer Sprache erschienen sein.

ala/AFP/dpa