Britische Literaturauszeichnung Große Namen auf Booker-Preis-Shortlist

Vier Frauen und zwei Männer konkurrieren noch um den renommierten Booker-Preis. Zwei von ihnen haben die Auszeichnung für englischsprachige Literatur schon einmal gewonnen. Ein Rekord könnte gebrochen werden.

Margaret Atwood: Schon mehrfach für den Preis nominiert, einmal bereits Gewinnerin
Mary Altaffer/ AP

Margaret Atwood: Schon mehrfach für den Preis nominiert, einmal bereits Gewinnerin


Vor mehr als 30 Jahren war die kanadische Autorin Margaret Atwood bereits für "The Handmaid's Tale" (dt. "Der Report der Magd") für den Booker-Preis nominiert, gewonnen hat sie ihn dann 2000 für "The Blind Assassin" (dt. "Der blinde Mörder"). Nun konkurriert sie mit der Fortsetzung von "The Handmaid's Tale", "The Testaments", um die wichtigste britische Literaturauszeichnung. Unter dem Titel "Die Zeuginnen" wird der Roman am 10. September im Berlin Verlag auch in deutscher Übersetzung erscheinen.

Zu den weiteren Nominierten gehören Lucy Ellmann, Bernardine Evaristo, Chigozie Obioma, Salman Rushdie and Elif Shafak. "Wie jede große Literatur strotzen diese Romane vor Leben, mit einer tiefgründigen und feierlichen Menschlichkeit", sagte Jurypräsident Peter Florence bei der Bekanntgabe in London.

Die in den USA geborene und in Schottland lebende Schriftstellerin Lucy Ellmann schaffte es mit "Ducks, Newburyport" auf die Shortlist. In dem komplexen und fast 1000 Seiten langen Roman geht es um eine Hausfrau aus Ohio, die über ihre Vergangenheit grübelt. Sollte das Werk gewinnen, wäre es das längste siegreiche in der Geschichte des Booker-Preises, wie die Jury mitteilte. Bisher führt Eleanor Catton mit "The Luminaries" (dt. "Die Gestirne", 832 Seiten) diese Liste an. Sie gewann 2013 die Auszeichnung.

"Girl, Woman Other" lautet der Titel, mit dem Britin Bernadine Evaristo auf die Shortlist gelang. Darin erzählt sie die Geschichten zwölf sehr unterschiedlicher in Großbritannien lebender Charaktere, überwiegend weiblich und schwarz, über viele Jahre hinweg.

"An Orchestra of Minorities" ist Chigozie Obiomas zweiter Roman und seine zweite Booker-Preis-Nominierung. Bereits für sein Debüt "The Fischerman" (dt. "Der dunkle Fluss") stand der Nigerianer 2015 auf der Shortlist. Das neue Buch des in Nigeria geborenen und in den USA lebenden Autors erscheint am 14. Oktober bei Piper unter dem Titel "Das Weinen der Vögel".

Ein alter Bekannter unter den sechs Finalisten ist Salman Rushdie. 1981 gewann er für "Midnight's Children" (dt. "Mitternachtskinder") die Auszeichnung. Sein aktueller Roman trägt den Titel "Quichotte" - die deutschsprachige Ausgabe erscheint am 14. Oktober bei C. Bertelsmann.

Mit Elif Shafak steht außerdem die meistgelesene türkische Autorin auf der Shortlist. Sie ist für ihren Istanbul-Roman "10 Minutes 38 Seconds in This Strange World" (dt. "Unerhörte Stimmen", bei Kein & Aber) nominiert.

Die Bekanntgabe und Verleihung des Booker-Preises wird am 14. Oktober in London sein. Alle sechs Kandidaten erhalten 2500 Pfund, der Preis selbst ist mit 50.000 Pfund (etwa 57.000 Euro) dotiert. Vor allem verhilft er zu weltweiter Aufmerksamkeit. Im vergangenen Jahr hatte Anna Burns für "Milkman" die Auszeichnung gewonnen. Nach der Bekanntgabe erhöhten sich die Verkäufe um fast 100 Prozent.

brs



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