Sohn von J.R.R. Tolkien Christopher Tolkien ist tot

Als Kind lauschte er den Geschichten seines Vaters, aus denen die Abenteuer der Hobbits wurden. Später gab er dessen unveröffentlichte Werke heraus. Nun ist Christopher Tolkien im Alter von 95 Jahren gestorben.
Von Christopher Tolkien herausgegeben: "Das Silmarillion"

Von Christopher Tolkien herausgegeben: "Das Silmarillion"

Christopher Tolkien, der jüngste Sohn des "Herr der Ringe"-Autors J.R.R. Tolkien, ist in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag gestorben. Das teilten die Tolkien Gesellschaft, die das Leben und Werk des berühmten Schriftstellers fördert, und der Klett-Cotta Verlag mit.

Christopher Tolkien wurde am 21. November 1924 geboren. Als Kind habe er häufig den Geschichten seines Vaters gelauscht, aus denen später "Der Hobbit" wurde, berichtete der "Guardian". Später habe er einige Landkarten von Mittelerde für die erste Auflage von "Herr der Ringe" gezeichnet, als die Fantasyreihe Mitte der Fünfzigerjahre erschien.

„So befremdlich es klingen mag, ich wuchs auf in der Welt, die mein Vater geschaffen hat. Die Städte des Silmarillion sind für mich wirklicher als Babylon.“

Christopher Tolkien

Nach dem Tod seines Vaters 1973 widmete er sich der Herausgabe der bis dahin unveröffentlichten Werke. Mit dem „Silmarillion“ (1977) etwa ermöglichte er den Lesern einen Blick auf das Erste Zeitalter von Mittelerde. Auf Deutsch erschienen zuletzt die von ihm herausgegeben Bücher „Der Fall von Gondolin“ (2018), „Die Kinder Húrins“ (2007) und „Beren und Lúthien“ (2017), eine Liebesgeschichte aus Mittelerde. Diese hatte für seinen Vater eine große persönliche Bedeutung: Er schrieb sie während des Ersten Weltkriegs, auf dem Grabstein, den er und seine Frau Edith in Oxford teilen, sind die beiden Namen eingraviert.

Ab 1975 lebte Christopher Tolkien mit seiner Frau in Frankreich. Er wurde 95 Jahre alt.

evh
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