Comic des Jahres Iranische Kindheitsgeschichte ausgezeichnet

Der Comic "Persepolis" der Iranerin Marjane Satrapi ist auf der Frankfurter Buchmesse zum "Comic des Jahres" gekürt worden. In dem mehrbändigen Werk beschreibt die Autorin und Zeichnerin ihre Kindheitserlebnisse im Teheran der späten siebziger Jahre.


Satrapi-Comic "Persepolis": Auszeichnung in Frankfurt

Satrapi-Comic "Persepolis": Auszeichnung in Frankfurt

Frankfurt/Main - Die Jury lobte an Satrapis Arbeit vor allem die hohe literarische Qualität. Die Autorin schildert in Anlehnung an ihre eigenen Kindheitserfahrungen aus der Sicht eines Kindes den Übergang vom Regime des Schahs zur Regentschaft der Ayatollahs im Iran.

"Persepolis" erschien zunächst in Frankreich in vier Bänden und wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. Die deutschsprachige Ausgabe der Edition Moderne erscheint in zwei Büchern. Band eins ist bereits auf dem Markt, Band zwei folgt im Dezember 2004.

Marjane Satrapi, Jahrgang 1969, ist in Teheran aufgewachsen. Als 14-Jährige wurde sie von ihren Eltern nach Wien geschickt, um vor dem repressiven Regime sicher zu sein. Nach einem Kunststudium in Straßburg zog sie 1994 nach Paris, wo sie begann, ihre Lebensgeschichte aufzuzeichnen.

Der Kritikerpreis "Comic des Jahres" wurde 1990 von der Fachzeitschrift "RRAAH!" ins Leben gerufen. In dem Wettbewerb soll die Comicliteratur nicht nach Verkaufszahlen, sondern unter qualitativen Gesichtspunkten bewertet werden. Die Jury besteht aus zehn Experten, die laufend neue Serien und Einzeltitel der deutschsprachigen Comicverlage begutachten. Der Preis wird in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse verliehen und ist mit einer Trophäe in Form des Logos der "Faszination Comic" verbunden.


Marjane Satrapi: "Persepolis" (Edition Moderne, Zürich), Band 1: "Eine Kindheit im Iran", 164 Seiten, 22 Euro; Band 2: "Jugendjahre", 192 Seiten, 26 Euro (Dezember 2004)



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