Literaturauszeichnung Die 20 Nominierten für den Deutschen Buchpreis stehen fest

Elf Frauen und neun Männer können sich Hoffnung auf die wichtigste Auszeichnung für deutschsprachige Literatur machen: Ihre Bücher stehen auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis.

Unter den Nominierten: Sasa Stanisic
Katja Sämann/ Luchterhand

Unter den Nominierten: Sasa Stanisic


Zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse, dieses Jahr am 14. Oktober, zeichnet die Stiftung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels den deutschsprachigen "Roman des Jahres" mit dem Deutschen Buchpreis aus.

Sieben von Jahr zu Jahr wechselnde Juroren wählen unter den von den Verlagen eingereichten und eventuell auch nachgeforderten Romanen zunächst 20 aus, am 17. September wird dann die Shortlist mit sechs Titeln bekannt gegeben. Der Preisträger erhält 25.000 Euro, die übrigen fünf Autoren der Shortlist erhalten jeweils 2.500 Euro.

Die 20 nominierten Autorinnen und Autoren und ihre Titel sind:

  • Nora Bossong, Schutzzone (Suhrkamp, September 2019)
  • Jan Peter Bremer, Der junge Doktorand (Berlin Verlag, September 2019)
  • Raphaela Edelbauer, Das flüssige Land (Klett-Cotta, August 2019)
  • Andrea Grill, Cherubino (Paul Zsolnay, Juli 2019)
  • Karen Köhler, Miroloi (Carl Hanser, August 2019 - lesen Sie hier eine Rezension)
  • Miku Sophie Kühmel, Kintsugi (S. Fischer, August 2019)
  • Angela Lehner, Vater unser (Hanser Berlin, Februar 2019 - lesen Sie hier eine Rezension)
  • Emanuel Maeß, Gelenke des Lichts (Wallstein, Februar 2019)
  • Alexander Osang, Die Leben der Elena Silber (S. Fischer, August 2019)
  • Katerina Poladjan, Hier sind Löwen (S. Fischer, Juni 2019 - lesen Sie hier eine Kurzrezension)
  • Lola Randl, Der Große Garten (Matthes & Seitz Berlin, März 2019)
  • Tonio Schachinger, Nicht wie ihr (Kremayr & Scheriau, September 2019)
  • Norbert Scheuer, Winterbienen (C.H.Beck, Juli 2019)
  • Eva Schmidt, Die untalentierte Lügnerin (Jung und Jung, März 2019)
  • Sasa Stanisic, Herkunft (Luchterhand, März 2019 - lesen Sie hier ein Autorenporträt und hier eine Rezension)
  • Marlene Streeruwitz, Flammenwand. (S. Fischer, Mai 2019 - lesen Sie hier eine Rezension)
  • Jackie Thomae, Brüder (Hanser Berlin, August 2019 - lesen Sie hier ein Porträt der Autorin)
  • Ulrich Woelk, Der Sommer meiner Mutter (C.H.Beck, Januar 2019 - lesen Sie hier eine Rezension)
  • Norbert Zähringer, Wo wir waren (Rowohlt, März 2019)
  • Tom Zürcher, Mobbing Dick (Salis, März 2019)

Auffällig ist, dass bei den Verlagen der Frankfurter S. Fischer Verlag mit vier Nominierungen an der Spitze liegt. Hanser kann mithalten, wenn man die Unterverlage Hanser Berlin und Zsolnay zusammenzählt. Die kleinen Verlage Kremayr & Scheriau aus Österreich und Salis aus der Schweiz können sich zum ersten Mal über eine Nominierung für den Deutschen Buchpreis freuen.

Die Jury, bestehend aus dem Literaturkritiker Jörg Magenau (Vorsitz), der Buchhändlerin Petra Hartlieb, Hauke Hückstädt vom Literaturhaus Frankfurt am Main, Björn Lauer (Hugendubel Frankfurt), Alf Mentzer (Hessischer Rundfunk), der Literaturwissenschaftlerin Daniela Strigl und der Autorin und Literaturkritikerin Margarete von Schwarzkopf, nominierte insgesamt elf Titel von Frauen und neun von Männern.

Buchpreiserfahren in dem Sinne, dass sie auf der Shortlist standen und bei der Preisverleihung im Frankfurter Römer noch auf die Auszeichnung hoffen konnten, sind vier der diesjährigen Nominierten: Sasa Stanisic (2006 mit "Wie der Soldat das Grammofon repariert" unter den letzten Sechs), Norbert Scheuer (2009 Finalist mit "Überm Rauschen"), Marlene Streeruwitz (2011 auf der Shortlist mit "Die Schmerzmacherin") und Eva Schmidt (2016 im Finale mit "Ein langes Jahr"). Norbert Zähringer war 2009 immerhin schon einmal auf der Longlist vertreten, wie auch Streeruwitz und Stanisic mit weiteren Titeln.

Immerhin sechs der Nominierten sind aus Österreich, nur einer aus der Schweiz. Die Altersspanne reicht vom Jahrgang 1992 (Miku Sophie Kühmel und Tonio Schachinger) bis 1950 (Marlene Streeruwitz, Norbert Scheuer und Eva Schmidt sind ein, bzw. zwei Jahre jünger). Mit Schachinger, der bisher als Filmemacherin bekannten Lola Randl, Emanuel Maeß, Angela Lehner, Kühmel und Karen Köhler haben es gleich mehrere Autorinnen und Autoren mit ihren Debüts unter die potenziellen "Romane des Jahres" geschafft.

Im vergangenen Jahr hatte Inger-Maria Mahlke mit "Archipel", einer Familiengeschichte aus Teneriffa, den Deutschen Buchpreis gewonnen.

feb/brs/dpa

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.