Deutscher Buchpreis Die 20 Nominierten stehen fest

Sechs Frauen und 14 Männer stehen mit ihren Werken auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2016, der vor der Frankfurter Buchmesse verliehen wird.

DPA

20 Autorinnen und Autoren können sich Hoffnung machen auf den Deutschen Buchpreis 2016. Die Jury gab am Dienstagmorgen die Longlist für die Literaturauszeichnung bekannt.

Unter den Nominierten sind mehrere Schriftsteller, die mit früheren Büchern schon in der engeren Auswahl für den Buchpreis waren. Katja Lange-Müller (2007 mit "Böse Schafe"), Sibylle Lewitscharoff (2011 mit "Blumenberg"), Thomas Melle (2014 mit "3000 Euro") und Thomas von Steinaecker (2007 mit "Wallner beginnt zu fliegen") schafften es sogar auf die Shortlist.

Mit dem 1986 geborenen Philipp Winkler und der 1990 zur Welt gekommenen Michelle Steinbeck haben es aber auch zwei Romandebütanten in die Auswahl geschafft.

Die für 2016 nominierten Romane (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Akos Doma: Der Weg der Wünsche (Rowohlt Berlin, August 2016)
  • Gerhard Falkner: Apollokalypse (Berlin Verlag, September 2016)
  • Ernst-Wilhelm Händler: München (S. Fischer, August 2016)
  • Reinhard Kaiser-Mühlecker: Fremde Seele, dunkler Wald (S. Fischer, August 2016)
  • Bodo Kirchhoff: Widerfahrnis (Frankfurter Verlagsanstalt, September 2016)
  • André Kubiczek: Skizze eines Sommers (Rowohlt Berlin, Mai 2016)
  • Michael Kumpfmüller: Die Erziehung des Mannes (Kiepenheuer & Witsch, Februar 2016)
  • Katja Lange-Müller: Drehtür (Kiepenheuer & Witsch, August 2016)
  • Dagmar Leupold: Die Witwen (Jung und Jung, September 2016)
  • Sibylle Lewitscharoff: Das Pfingstwunder (Suhrkamp, September 2016)
  • Thomas Melle: Die Welt im Rücken (Rowohlt Berlin, August 2016)
  • Joachim Meyerhoff: Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke (Kiepenheuer & Witsch, November 2015)
  • Hans Platzgumer: Am Rand (Paul Zsolnay, Februar 2016)
  • Eva Schmidt: Ein langes Jahr (Jung und Jung, Februar 2016)
  • Arnold Stadler: Rauschzeit (S. Fischer, August 2016)
  • Peter Stamm: Weit über das Land (S. Fischer, Februar 2016)
  • Michelle Steinbeck: Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch (Lenos, März 2016)
  • Thomas von Steinaecker: Die Verteidigung des Paradieses (S. Fischer, März 2016)
  • Anna Weidenholzer: Weshalb die Herren Seesterne tragen (Matthes & Seitz Berlin, August 2016)
  • Philipp Winkler: Hool (Aufbau, September 2016)

Unter den Nominierten fehlen mit Eugen Ruge und Kathrin Schmidt zwei frühere Buchpreisgewinner, die in diesem Herbst neue Romane veröffentlichen. Auch Christian Kracht oder Juli Zeh sucht man vergeblich auf der Liste.

Der Deutsche Buchpreis wird seit 2005 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergeben. Er kürt den besten deutschsprachigen Roman des Jahres. Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz dürfen Titel einreichen.

Über den Sieger entscheidet eine siebenköpfige Jury, deren Besetzung jährlich wechselt. Die Longlist wird später auf eine Shortlist von sechs Titeln verkürzt. Der Sieger wird dann traditionell am Vorabend der Frankfurter Buchmesse bekanntgegeben. Der Gewinner erhält 25.000 Euro, die anderen fünf Finalisten bekommen jeweils 2500 Euro.

Der Deutsche Buchpreis hat unter den vielen literarischen Auszeichnungen inzwischen die höchste Publikumsresonanz. Oft schaffen es die Sieger auf die Bestsellerliste. Im vergangenen Jahr hatte der Offenbacher Autor Frank Witzel den Buchpreis bekommen mit seinem Roman "Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969".

feb/gia/dpa



insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
stritti25 23.08.2016
1. Hmmmm....
Über derartige Listen lässt sich bekanntermaßen trefflich und oft ergebnislos streiten. Daher nur als Randnotiz eines eifrigen Lesers zu verstehen: ich vermisse definitiv Unterleuten von J. Zeh. In meinem bescheidenen Urteil ein tatsächlich großer Roman, von einer Autorin, die sich vielleicht durch ihr omnipräsentes Auftreten bezüglich einer sicher gerechtfertigten Nominierung selbst ein Bein gestellt hat.
a_sonntag 23.08.2016
2. Vermisst: Alles Sehen
Leider fehlt auch mit "Alles Sehen" von Christoph Höhtker, erschienen im Ventil Verlag, eines der komplexesten und intelligent-humorvollsten deutschsprachigen Bücher der letzten Zeit auf der Liste. Ich persönlich verliere die Lust, immer wieder dieselben Autorinnen und Autoren aufgerufen zu sehen und lese mit Vorliebe parallel zum Langeweilebetrieb.
soerster 23.08.2016
3. Kollisionen
Man kann sich natürlich bei einer solchen Vorselektion nie ganz wiederfinden: Mir fehlt beispielsweise "Kollisionen" von Florian Scheibe, das ich vorab lesen konnte. Ein sehr überzeugender Gegenwartsroman von einem äußerst talentierten Autor. Mein bisheriger Favorit diesen Sommer.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.