Bücher für Lesemuffel Wer lesen kann, ist klar im Vorteil

Es gibt viele Gründe dafür, dass Kinder nicht lesen wollen - aber das lässt sich ändern. Unsere Autorin Agnes Sonntag empfiehlt drei tolle Bücher für Lesemuffel.

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Wer selber gerne liest und seinem Kind viel vorgelesen hat, ist oft erstaunt oder enttäuscht, wenn es im lesefähigen Alter nicht selber zum Buch greift. "Ich wünsche mir so, dass meine Tochter erlebt, was für ein Zauber im Lesen steckt.", sagte mir kürzlich eine Freundin. Sie war ratlos: "Wir haben doch immer viel zusammen gelesen?"

Sicher wird die Tochter schöne Erinnerungen an die Vorlesestunden haben, doch gibt es verschiedene Gründe, warum manche später dennoch allein nicht so viel lesen. Ein ganz einfacher Grund: Nicht alle Menschen können gleich gut lesen. Heute gibt es außerdem viele bequeme Alternativen der Unterhaltung wie YouTube oder das Netflix-Abo. Sogar Nachrichten kann man sich vorlesen lassen. Wozu sich anstrengen?

Zur Autorin
  • privat
    Agnes Sonntag wurde in eine Familie geboren, deren Mitglieder von Büchern magisch angezogen werden. Ihr Großvater arbeitete bei der Büchergilde Gutenberg und brachte ihr gern Fehldrucke mit, sodass sie bis heute das Ende vieler James-Krüss-Geschichten nicht kennt. Später studierte die gelernte Arzthelferin in Schweden Publizistik und Schwedisch. Sie arbeitete als Schwedischlehrerin, Übersetzerin und freie Mitarbeiterin des schwedischen Schulfunks. Seit einigen Jahren betreut sie beim Kinder-Nachrichtenmagazin Dein SPIEGEL die Buchtipps und rezensiert auf SPIEGEL ONLINE Kinder- und Jugendbücher.

Es können aber auch Müdigkeit oder ein voller Terminkalender sein, die verhindern, dass das Kind in Lesestimmung kommt.

Wenn die Technik-Zeit um ist und ein "Mir ist langweilig!" durch die Wohnung schallt, ist das vielleicht die Gelegenheit, einen der folgenden Titel anzubieten. Wichtig war mir bei der Auswahl, dass die Bücher nicht zu dick sind, damit man ein Erfolgserlebnis hat, und viele Bilder den Text unterstützen. Heute im Angebot: Ein verliebter Esel, ein schräger Finne und ein Buch, in dem die Buchstaben verschwinden.

Das ausgelassene ABC

Mit diesem Buchstaben-Rätsel-Buch kann man der Liebe zum Wort auf die Sprünge helfen. Auf jedem doppelseitigen Wimmelbild gibt es schräge Dinge und Figuren zu entdecken, die alle im Zusammenhang mit einem fehlenden Buchstaben stehen. Ob wir alle finden? (Pssst,… am Ende stehen die Lösungen.) Ein Buch fast wie ein Spiel, das man altersübergreifend angucken kann, denn die gesuchten Wörter sind unterschiedlich schwierig und die Bilder sowieso lustig.

Was ist hier los? Die Illustratorin Ina Hattenhauer hat die klassische ABC-Fibel auf den Kopf gestellt: Statt einen neuen Buchtstaben zu lernen, müssen die Kinder einen Buchstaben weglassen und überlegen, welches Wort dann dabei rauskommt.

Beste Lesezeit: Alle zusammen auf dem Sofa.

Empfohlenes Alter: Ab 4 Jahren.

Preisabfragezeitpunkt:
11.12.2019, 03:02 Uhr
Ohne Gewähr

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Hattenhauer, Ina
Das ausgelassene ABC

Verlag:
Gerstenberg Verlag
Seiten:
56
Preis:
13,00 €

Pekkas geheime Aufzeichnungen

Ja-ha, noch so ein Jungs-Tagebuch, von denen es seit Greg unzählige Nachmacher gibt. Aber dieses hier ist aus Finnland. Von einem Jungen, der seine Badehose zum Trocken in die Mikrowelle hängt. Dort, wo auch schon Mamas Mittagessen gart. Wo ist das Problem? Ich mag das handliche Format und die riesigen, kullerigen Illustrationen, die ordentlich viel Platz brauchen. Dadurch müssen die Texte auch gar nicht lang sein.

Was ist hier los? Pekka, ein etwas träger Denker, erzählt in lakonischem Ton von seinem Alltag, der nie besonders alltäglich ist. Mal denkt er, dass ein Emu bei ihm einzieht, mal verschwindet sein Hund mit einer Piratin. Mein Lieblingsband ist "Das verschollene Samuraischwert", in dem er mit seinem Onkel Remu nach Japan fährt. Ich will dein Leben, Pekka!

Beste Lesezeit: Nach der Schule.

Empfohlenes Alter: Ab 8 Jahren.

Preisabfragezeitpunkt:
11.12.2019, 03:02 Uhr
Ohne Gewähr

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Parvela, Timo
Pekkas geheime Aufzeichnungen - Das verschollene Samuraischwert

Verlag:
Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
Seiten:
120
Preis:
10,00 €

Ariol. Wo ist Petula?

Klar, dass Comics sich für Lesefaule anbieten - Donald Duck liest schließlich jeder, oder? "Wo ist Petula?" ist mein Lieblingsband der französischen Comicreihe mit Ariol, dem Esel. Die Geschichten stecken voller Wortwitz, weil sie den Alltag eines Kindes beschreiben, aber alles in der Tierwelt passiert. Schön ist auch der kleine Hauch Frankreich, der über der Handlung liegt. Eine tolle Abwechslung neben all den amerikanischen Geschichten, die sich sonst so im Kinderbuch tummeln.

Was ist hier los? Als Ariol nach Hause zu seiner Angebeteten Petula (einer Kuh) eingeladen wird, ist er im Glück. Er ahnt ja nicht, welche Fettnäpfchen lauern, wenn man ein Mädchen besucht. Und dann ist da noch ihr Vater, der Stier.

Beste Lesezeit: Wenn man verliebt ist.

Empfohlenes Alter: Ab 6 Jahren.

Preisabfragezeitpunkt:
11.12.2019, 03:02 Uhr
Ohne Gewähr

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Guibert, Emmanuel
Ariol: Wo ist Petula?

Verlag:
Reprodukt
Seiten:
72
Preis:
12,00 €


insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
Little_Nemo 10.11.2019
1. Welten aus Papier
Ich habe als Kind auch lange Zeit nicht lesen wollen, weil ich irgendwie gar nicht kapiert habe wozu das gut sein sollte. Mir erschien es zunächst einfach nur langweilig. Ich habe stattdessen fasziniert Comics gelesen und Filme gesehen. Als ich noch sehr klein war hat mir meine Mutter auch viele Märchen vorgelesen. Irgendwann habe ich im Keller ein Buch von Jules Verne gefunden, das wohl meiner Schwester gehörte. "Fünf Wochen im Ballon". Der Name Jules Verne war mir aus dem TV bekannt, und ich mochte diese Art Geschichten. Also habe ich es mal mit nach oben genommen und angefangen zu lesen. Und dann konnte ich nicht mehr aufhören. Kaum hatte ich es durch, habe ich mir ein neues Buch gekauft. "Gordon Pym" von E. A. Poe. Der Beginn einer Leidenschaft. Wohl geprägt durch meine vorangegangene Comic-Begeisterung, die ebenfalls bis heute anhält, entwickelte ich auch eine Vorliebe für schön gestaltete und wertig produzierte Bücher. Und nie käme ich auf den Gedanken Bücher im Keller zu lagern. Was ich sagen will: Ich denke, dass der Grund für meine Leseleidenschaft in meiner Begeisterung für Geschichten liegt. Die wurde frühzeitig durch die Märchen geweckt, die meine Mutter mir vorgelesen hat, und die wurde durch Comics und Filme am Leben gehalten, ausgebaut und verfeiert. Man wird nicht zum begeisterten Leser weil man muss, sondern weil man es will. "Interesse" heißt das Zauberwort (von lateinisch "inter esse" = "drinnen sein").
Mikrohirn 10.11.2019
2. Beruflich
habe ich 4. Grundschulklassen (vielleicht 30 in 15 Jahren) durch den Wald geführt. Dabei sollten Schüler/innen ein paar einfache Texte (meistens Fragen) vorlesen und die Antworten in ein Heft eintragen. Oft hat die begleitende Lehrkraft ihren Champion dazu auserkoren. Nie war eine holperfreie Leseleistung dabei. Die Kinder fühlten sich jedoch nicht bloßgestellt - für die (und die Lehrer/innen) war schlechtes Lesen normal und eher ein lästiges Übel! Wie bitte soll denn bei solchen Kindern Freude am Bücherlesen aufkommen? Und mal ketzerisch gefragt - wozu denn auch?
dolledern 11.11.2019
3. Pekka
ist ein Spin-Off von Ella, auch sehr schön mit Kindern zu lesen. Der Charakter Pekka aus Ellas' Klasse, war halt so toll, das er seine eigene Reihe bekommen hat. Deswegen finde ich es etwas unglücklich formuliert, noch ein Jungs Tagebuch.. .
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