Autor von »Brennt Paris?« Schriftsteller und Reporter Dominique Lapierre ist tot

Er war »Grand Reporter«, schrieb tief recherchierte Bücher über Paris und Jerusalem, Kalkutta und Mutter Teresa. Häufig wurden sie mit Starbesetzung verfilmt. Nun ist Dominique Lapierre gestorben, er wurde 91 Jahre alt.
Dominique Lapierre (1931-2022)

Dominique Lapierre (1931-2022)

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Eric Fougere / Corbis / Getty Images

Der französische Schriftsteller Dominique Lapierre ist tot. Er starb im Alter von 91 Jahren an Altersschwäche, wie seine Frau am Sonntag der französischen Zeitung »Var-Matin« sagte. Bekannt wurde Lapierre unter anderem für seine Werke »Hochzeitsreise um die Erde«, »Brennt Paris?« und »Stadt der Freude«.

Lapierre wurde am 30. Juli 1931 in Châtelaillon im Westen Frankreichs geboren. 1954 wurde er »Grand Reporter« bei der Zeitschrift »Paris-Match« und berichtete bis 1967 von allen Krisenherden der Welt.

Verfilmung mit Gert Fröbe und Orson Welles

Zusammen mit dem US-Bestsellerautor Larry Collins verfasste Lapierre mehrere Werke, von denen rund 50 Millionen Exemplare verkauft wurden. Dazu gehörte auch »Brennt Paris?«, das sich auf den Befehl Adolf Hitlers vom August 1944 bezieht, die deutsche Wehrmacht dürfe die französische Hauptstadt bei einem Abzug vor den Alliierten nur als Trümmerfeld hinterlassen. Der deutsche General Dietrich von Choltitz weigerte sich, diesen Befehl auszuführen. Das Buch diente als Vorlage für den gleichnamigen Film aus dem Jahr 1966 mit Gert Fröbe und Orson Welles.

Gert Fröbe in René Clements Verfilmung von »Brennt Paris?«

Gert Fröbe in René Clements Verfilmung von »Brennt Paris?«

Foto: ddp images

Weltweite Bestseller wurden auch die beiden folgenden mit Collins verfassten Geschichtsreportagen »O Jerusalem« (1971) über die Entstehung des Staates Israel und »Um Mitternacht in die Freiheit« (1976) über die Unabhängigkeit Indiens von der britischen Herrschaft, deren Vorgeschichte und Folgen.

Lapierres Leidenschaft für Indien führte 1981 zur Gründung einer humanitären Organisation, die sich um leprakranke Slum-Kinder in Kalkutta kümmerte. Die Hälfte seiner Bucheinnahmen stellte Lapierre dieser Stiftung zur Verfügung. Später kamen weitere medizinische und soziale Projekte hinzu.

Patrick Swayze in »Stadt der Freude«

Patrick Swayze in »Stadt der Freude«

Foto: ddp images

Zwei Jahre blieb er in Kalkutta und recherchierte über das Leben in den Armenvierteln der Stadt. 1985 fasste er sein Bild von Kalkutta in dem Buch »Die Stadt der Freude« zusammen. Auch dieses Werk wurde mit Patrick Swayze in der Hauptrolle verfilmt. Bei seinen Recherchen in Indien lernte Lapierre auch Mutter Teresa kennen, der er Bewunderung und Respekt entgegenbrachte. Später schrieb er das Drehbuch zu dem Film »Mother Teresa: In the Name of God’s Poor« (1997, mit Geraldine Chaplin), den er auch koproduzierte.

2006 machte Lapierre mit einer Versteigerung Schlagzeilen. Für 467.200 Pfund wurde ein Kleid des französischen Modeschöpfers Hubert Givenchy aus Lapierres Besitz über Christie’s verkauft. Der Verkaufserlös kam seiner Stiftung »City of Joy Aid« zugute, die sich gegen die Armut in Indien einsetzt. 2008 erhielt Dominique Lapierre die höchste zivile Auszeichnung des indischen Staates.

Autor Lapierre

Autor Lapierre

Foto: Indiapicture / IMAGO

Lapierre lebte lange in Ramatuelle in der südfranzösischen Provence. Ein Tennisplatz trennte sein Haus von dem seines 2005 verstorbenen Kollegen Collins.

feb/AFP

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