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Donna Leon Der deutsche ­Kommissar Brunetti

aus DER SPIEGEL 40/2022
Foto: Brill / ullstein bild

Sie lebt sehr gut davon, dass die Menschen Geschichten über Mord und Totschlag mögen: Ihre Commissario-Brunetti-Krimis haben Donna Leon, gerade 80 Jahre alt geworden, zu einer reichen Frau gemacht. Doch die Bestsellerautorin wundert sich manchmal über diese Leidenschaft. Wäre sie ein Alien, sagte sie nun der »NZZ«, wäre sie »schon befremdet davon, dass die Menschen so gerne davon lesen, wie andere umgebracht werden«. Ein Problem habe sie damit aber nicht, versichert sie. Was ihr hingegen Bauchschmerzen macht: die Verfilmung ihrer Venedig-Krimis. »Ich habe die Rechte verkauft und mich rausgehalten«, sagt Leon. Sie gibt offen zu, dass sie die ARD-Produktionen nicht mag, das sei von Anfang an klar gewesen. Das Problem: Die Filme »sind einfach absolut nicht italie­nisch. Die Frisuren, die Kleider, das Verhalten; alles ist wahnsinnig deutsch«. Sie selbst stehe »schon ewig« mit Hollywood in Verhandlungen. Ob daraus jemals etwas wird, sei jedoch vollkommen ungewiss, Leon gibt sich leidenschaftslos: »Wenn das zustande kommt: schön. Wenn nicht: auch schön.«

ks
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