Ehrung zu Lebzeiten Danzig bekommt ein Grass-Museum

Hohe Auszeichnung für Günter Grass: Seine Geburtsstadt Danzig plant, im kommenden Jahr ein Grass-Museum zu eröffnen - trotz der polnischen Proteste nach seinem Bekenntnis, in der Waffen-SS tätig gewesen zu sein.

Warschau - Der aus Danzig (Gdansk) stammende deutsche Schriftsteller und Nobelpreisträger Günter Grass soll in seiner Geburtsstadt im kommenden Jahr ein Museum erhalten. Die Sprecherin der Stadt-Behörde, Anna Czekanowicz, bestätigte heute einen Bericht der liberalen Zeitung "Gazeta Wyborcza".

"Grass wurde in Gdansk geboren, schrieb über Gdansk, schenkte Gdansk seine Arbeiten. Hier sollte sich deshalb sein Museum und eine ständige Ausstellung seiner Arbeiten befinden", sagte Czekanowicz. Der Schriftsteller habe sich für diese Idee sehr begeistert, so Sprecherin.

Gdansk verfügt unter anderem über 120 Lithographien, 51 Grafiken und sechs Skulpturen von Grass. Der Künstler hatte im Oktober vergangenen Jahres seinen 80. Geburtstag in Danzig gefeiert. Sein Bekenntnis, bei Kriegsende in der Waffen-SS gewesen zu sein, hatte in Polen zunächst heftige Debatten ausgelöst, seine guten Kontakte mit seiner Geburtsstadt aber nicht zerstört.

lw/dpa

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