Geschenktipps Bücher-Lust gegen den Shutdown-Frust

Der Gabentisch bleibt wegen der geschlossenen Läden leer? Muss nicht sein. Diese Buch-Geschenktipps aus dem Kulturressort können Sie auch online ordern – am besten beim kleinen Buchhändler Ihres Vertrauens.
Foto: Paul Taylor / Getty Images

Für den zehnjährigen Minecraft-Fan

SparkofPhoenix: »Spark und das Geheimnis der Pillager«, Fischer New Media, 192 Seiten.

Das Kind spricht nur von Enderman und Netherportal? Wenn es fernsehen darf, schaut es YouTubern zu, wie sie mit Redstone bauen? Das kleine Abenteuer »Spark und das Geheimnis der Pillager« vermag diese jungen Leser aus der Gaming-Welt abzuholen. Es geht um einen entführten Eisengolem, Magier, Hexen – und nur der kleine Held Spark kann den Golem retten. Geschrieben hat den Roman vermutlich der 28-jährige SparkofPhoenix. Seine Identität hält der Streamer geheim, was in der Szene nicht unüblich ist – und seine Fans noch neugieriger macht.

Carola Padtberg

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SparkofPhoenix

SparkofPhoenix: Spark und das Geheimnis der Pillager (SparkofPhoenix-Roman, Band 1)

Verlag: FISCHER New Media
Seitenzahl: 192
Für 12,00 € kaufen

Preisabfragezeitpunkt

06.02.2023 15.06 Uhr

Keine Gewähr

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Für alle mit dem Hobby Ambivalenz

Emmanuelle Bayamack-Tam: »Arkadien«. Roman. Aus dem Französischen von Patricia Klobusiczky, Edition Secession, 392 Seiten, 28 Euro. 

Raus ins wilde Leben, davon träumen doch gerade alle. Und die Heldin dieses Romans, pubertär und jugendweise, kann davon erzählen: hitzig in der Erotik, kühl bis ans Herz hinan, in schwindelerregend schöner und ungewöhnlicher Sprache. Bitte nicht den Klappentext lesen! Stattdessen dieser Stimme durch einen Sommer in Frankreich folgen, ins Labyrinth der widerstreitenden Empfindungen, und sich einer großen Verwirrung überlassen. Denn Normal kennen wir ja.

Elke Schmitter

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Emmanuelle Bayamack-Tam

Arkadien: Roman

Verlag: Secession Verlag für Literatur
Seitenzahl: 392
Übersetzerin: Patricia Klobuczisky
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Für alle, die schon immer was Gutes tun und es sich an die Wand hängen wollten 

Mit der Pandemie kamen für viele Künstler auch die Sorgen, wo sollten sie ihre Arbeiten ausstellen, wo verkaufen? Der Brite Matthew Burrows machte aus dieser Not eine digitale Tugend, im März gründete er im Netz eine globale Selbsthilfegruppe namens »Artists Support Pledge« . Jeder »Künstler und Macher« kann über Instagram seine Werke anbieten und sie speziell kennzeichnen, damit sie auch auf der Instagramseite von Burrows' Initiative erscheinen; Hunderttausende Werke stehen zur Auswahl. Jeder kann zugreifen, die Ausgaben halten sich in Grenzen. Kein Werk darf teurer als 200 Pfund sein. Erreicht ein Anbieter mit seinen Verkäufen die Umsatzschwelle von 1000 Pfund, muss er 200 Pfund für das Bild eines Kollegen ausgeben. Vielleicht entdeckt man sogar den nächsten Damien Hirst – und legt ihn sozusagen unter den Weihnachtsbaum.

Ulrike Knöfel

Für den berufsjugendlichen Onkel

Tocotronic: »Sag alles ab – Best of 1994 – 2020« (Limitierte 3-LP-Vinyl-Box) 

Deutschlands intellektuellste Rockgruppe veröffentlicht ihre Alben traditionell im Januar, aber bis Mitte 2021 gibt es wohl erst einmal nichts Neues von der zwischen Hamburg und Berlin aufgeteilten Band um Sänger Dirk von Lowtzow. Gespür für den Pandemie-Zeitgeist zeigen Tocotronic trotzdem mit ihrem adäquat betitelten Boxset »Sag alles ab«, ein Rückblick auf 27 Jahre Band-Geschichte mit zahlreichen Raritäten. Außerdem enthalten: Die im April veröffentlichte Krisen-Hymne »Hoffnung«. »Lyrics and Music gegen die Vereinzelung«, heißt es darin. Was braucht man mehr?

Andreas Borcholte

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Tocotronic

Sag Alles Ab-Best of 1994-2020 (Ltd.3LP) [Vinyl LP]

Label: Vertigo Berlin (Universal Music)
ca. 139,00 €

Preisabfragezeitpunkt

06.02.2023 15.06 Uhr

Keine Gewähr

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Für den Weihnachtsmuffel der Familie

James Ellroy: »Jener Sturm«. Ullstein Verlag, 976 Seiten, 35 Euro.

Seit 40 Jahren liefert James Ellroy Ziegelstein um Ziegelstein für die aufgeschlossenere Krimileserschaft ab. Seine Bücher sind weniger plotgetriebene Thriller als vielstimmige Symphonien des Grauens. Mit seinem neuen Werk stellt er nun einen Superlativ in eigener Sache auf: Fast hundert Figuren tun und reden auf fast tausend Seiten Abscheuliches. Die Handlung setzt kurz nach dem Angriff auf Pearl Harbor an, doch von patriotischem Elan ist hier nichts zu spüren. Stattdessen wimmelt es an Ellroys amerikanischer Westküste zwischen Tijuana und Hollywood von Nazi-Sympathisanten und Pornofabrikanten. Kein einziger Held, keine einzige frohe Botschaft auf all den vielen Seiten – so machen Sie den Weihnachtsmuffel in Ihrer Familie glücklich.

Christian Buß

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[Ellroy, James]

Jener Sturm: Roman (Das zweite L.A.-Quartett, Band 2)

Verlag: Ullstein Hardcover
Seitenzahl: 976
Übersetzer: Stephen Tree
Für 35,00 € kaufen

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06.02.2023 15.06 Uhr

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Für Sylt-Fans und Sylt-Hasser

Susanne Matthiessen: »Ozelot und Friesennerz«. Ullstein, 256 Seiten, 20 Euro.

Als die Bundesrepublik noch ein ziemlich muffiges Land war, fuhren viele, die mal tief Luft holen wollten, in den hohen Norden nach Sylt. Eine Zeit lang war die Urlaubsinsel tatsächlich so etwas wie das deutsche Saint Tropez – weniger Sonne, weniger Wärme, dafür aber viel frischer Wind und ein weiter Blick. Die Autorin Susanne Matthiessen ist während der Siebzigerjahre auf der Insel erwachsen geworden; ihre Eltern führten das Pelzgeschäft von Westerland, ach was, von ganz Norddeutschland. Hier kauften zu Geld gekommene Mittelständler genauso wie Arndt von Bohlen und Halbach. In »Ozelot und Friesennerz« erzählt Matthiessen unglaublich unterhaltsame Geschichten aus diesen Jahren, die viel toller sind als alle Klischees über die Insel. Ihr Roman ist eine Liebeserklärung an die ursprüngliche Mentalität der Bewohner und eine Kampfansage an alle Investoren, die Sylt in ein Disneyland verwandeln wollen. 

Claudia Voigt

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Matthiessen, Susanne

Ozelot und Friesennerz: Roman einer Sylter Kindheit | Ein faszinierender Blick hinter die Kulissen von Sylt, Deutschlands beliebtester Ferieninsel

Verlag: Ullstein Hardcover
Seitenzahl: 256
Für 20,00 € kaufen

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06.02.2023 15.06 Uhr

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Für Überlebenskünstler

Ernst Lothar: »Das Wunder des Überlebens«. Zsolnay, 384 Seiten, 25 Euro. 

Als er einem zum Strick verurteilten Mörder am Morgen der Hinrichtung das Urteil verlas und der Delinquent auf dem Gefängnishof kläglich »Hilfe« rief, quittierte Ernst Lothar, damals ein junger Staatsanwalt, seinen Dienst. Das ist eine der grandios einprägsamen Szenen, die der 1890 in Brünn geborene Jurist, Schriftsteller und Theaterregisseur Lothar in seiner hinreißenden Biografie »Das Wunder des Überlebens« schildert. Lothar erzählt davon, wie er mit Max Reinhardt und Hugo von Hoffmannsthal 1919 die Salzburger Festspiele gründete, wie er in Wien Freundschaft pflegte mit Autoren wie Stefan Zweig und Franz Werfel und wie er als Jude angefeindet wurde. Er berichtet von politischen Irrtümern und Familientragödien, von der Flucht vor den Nazis ins Exil nach New York und von seiner Rückkehr nach Wien, wo er als hochgeachteter Theatermann 1974 starb. Zeitlebens liebte er Österreich, von dem es hier heißt: »Es ist ein Land, über das man sich zu Tode ärgert und in dem man trotzdem sterben will.«

Wolfgang Höbel

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Lothar, Ernst

Das Wunder des Überlebens: Erinnerungen

Verlag: Paul Zsolnay Verlag
Seitenzahl: 464
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06.02.2023 15.06 Uhr

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Für Kaffeetrinker

Christian Brandstätter (Hg.): »Das Wiener Kaffeehaus«. Brandtstätter, 312 Seiten, 60 Euro.

Gibt es eigentlich schon Essays zur Frage, ob dem Lockdown eine Krise der österreichischen Literatur folgen wird, des österreichischen Theaters, der österreichischen Kunst? Wundern tät's einen nicht, einfach weil die Kaffeehäuser so lange zusperren mussten in diesem Jahr der Pandemie. Schon seit mehr als 300 Jahren ziehen sich Wiener Künstler gern ins Kaffeehaus zurück, um dort allein zu lesen, zu denken, zu schreiben, ohne sich allein zu fühlen. Welch' ungeheuren Einfluss die Institution daher auf die Kultur- und Geistesgeschichte der Stadt und des Landes hatte, das zeigt dieser Prachtband, der gespickt ist mit historischen Fotografien und Illustrationen. »Häufig kommt man klüger aus dem Kaffeehaus heraus, als man hineingegangen ist, aber fast immer zufriedener«, schreibt die Schriftstellerin Doris Knecht. Es ist ein Satz, der auch für dieses Buch gilt.

Tobias Becker

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Christian Brandstätter

Das Wiener Kaffeehaus

Verlag: Brandstätter Verlag
Seitenzahl: 272
Für 70,00 € kaufen

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06.02.2023 15.06 Uhr

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Für alle, die noch gar nicht wussten, wie irre interessant Botanik sein kann

Stefano Mancuso: »Die unglaubliche Reise der Pflanzen«. Aus dem Italienischen übersetzt von Andreas Thomsen mit Illustrationen von Grisha Fisher. Klett-Cotta, 154 Seiten, 22 Euro.

Dieser liebevoll illustrierte Band über »Die unglaubliche Reise der Pflanzen« von Stefano Mancuso kann im Geschenkedschungel als Allzweckwaffe eingesetzt werden. Für Naturliebhaber ist er genauso inspirierend wie für Leute, die eine Brennnessel nicht von einer Rose unterscheiden können. Dem italienischen Professor für Pflanzenkunde gelingt es nämlich, die Verbreitung von Fichte, Kokosnuss und Co. auf der Welt als Drama oder Liebesgeschichte, als Krimi oder historische Anekdote zu erzählen.

Katharina Stegelmann

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[Mancuso, Stefano]

Die unglaubliche Reise der Pflanzen

Verlag: Klett-Cotta
Seitenzahl: 154
Übersetzt von: Andreas Thomsen (mit Illustrationen von Grisha Fisher)
Für 22,00 € kaufen

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06.02.2023 15.06 Uhr

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Für Hamburg-Verkenner

Jan Bürger: »Zwischen Himmel und Elbe – Eine Hamburger Kulturgeschichte«. C.H. Beck, 384 Seiten, 24 Euro.

Oh, wie Jan Bürger hier durch die Archive und die Stadt stürmt, hier einen irren Party-Bericht hervorzieht und nacherzählt, als wäre er dabei gewesen, dort die Elbphilharmonie besingt, dann mit Peter Rühmkorf von dessen Balkon herunterblickt auf die Elbe, die Frauen und den Strand – dann sind wir mittendrin in der erlebten Kulturgeschichte dieser Stadt im Wind. Hier tanzt Ulrike Meinhof mit nackten Füßen und Reich-Ranicki langweilt sich, dort wird Eva Rühmkorf erste Frauenbeauftragte von Hamburg, während ihr poetischer Ehemann dichtet: »Von meinem Augenhintergrund her steh ich / unseren Herrenmagazinen / eigentlich doch etwas näher / als den Zielen der Frauenbewegung«. Sie haben sich trotzdem geliebt, die Rühmkorfs, in Övelgönne am Elbstrand. Also: Wer zum Beispiel endlich mal nach Hamburg ziehen will oder, weil er oder sie schon hier wohnt, den Blick für die Herrlichkeiten der Stadt vielleicht verloren hat, der wird sich sehr über dieses kluge, lustige, entdeckungsfrohe Buch freuen!

Volker Weidermann

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Bürger, Jan

Zwischen Himmel und Elbe

Verlag: C.H.Beck
Seitenzahl: 384
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06.02.2023 15.06 Uhr

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Für Fans von Poesie und Seltsamkeit

Mieko Kawakami: »Brüste und Eier«. DuMont, 496 Seiten, 24 Euro.

Mieko Kawakamis  Hauptfigur erinnert an die schrägen Protagonistinnen aus den Kurzgeschichten von Miranda July, zudem entdeckt man in ihrem Gesellschaftsroman Spuren vom magischen Schwebezustand eines Haruki Murakami. Und doch ist der Sog, den ihre Geschichte entwickelt, ganz eigen: Die 30-jährige Natsuko hält sich in Tokio mit Nebenjobs mehr schlecht als recht über Wasser. Als ihre Schwester zu Besuch kommt – eine alleinerziehende Mutter, die nur davon träumt, sich die Brüste operieren zu lassen – bringt sie auch Erinnerungen an die gemeinsame Kindheit in Armut mit. Im zweiten Teil des Romans begleitet Kawakami ihre Protagonistin acht Jahre später. Als erfolgreiche Autorin ist Natsuko in Tokios Kulturmilieu gut situiert; als asexuelle Frau treibt sie die Frage um, ob sie noch ein Kind bekommen kann. Was als Plot zusammenhangslos klingt, entfaltet seinen Reiz gerade dadurch, dass die Autorin klug genug ist, im Vagen zu lassen, von was sie konkret erzählen will. Was Kawakami alles verhandelt – Klasse, Frausein, Schönheitsideale, künstliche Befruchtung – sackt erst so richtig nach der letzten Seite.

Eva Thöne

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Brüste und Eier: Roman

Autorin: Mieke Kawakami
Übersetung: Katja Busson
Herausgeber: DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG
Seitenzahl: 496
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06.02.2023 15.06 Uhr

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Für alle Kinofreunde

Thomas Medicus: »Heinrich und Götz George – Zwei Leben«. Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2020, 416 Seiten, 26 Euro.

Zwei Kraftkerle des deutschen Kinos, beide raumgreifend und ungemein männlich, der eine der Sohn des anderen. Thomas Medicus hat eine packende Doppelbiografie geschrieben: über Heinrich George, einen der großen Leinwandstars im Dritten Reich, und über Götz George, der in den Achtzigerjahren als »Tatort«-Kommissar Schimanski Rekord-Einschaltquoten verbuchte. Detailliert beschreibt der Autor die Verstrickungen des Vaters mit dem Naziregime, eindringlich vermittelt er dem Leser, wie sich der Sohn zeitlebens an dem überlebensgroßen Vor- und Gegenbild abarbeiten musste. Innenansichten einer Familiendynastie.

Lars-Olav Beier

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Medicus, Thomas

Heinrich und Götz George: Zwei Leben

Verlag: Rowohlt Berlin
Seitenzahl: 416
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06.02.2023 15.06 Uhr

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Für in Deutschland gefangene Fernwehkranke

Andreas Fahrmeir (Hg.): »Deutschland. Globalgeschichte einer Nation«. C.H. Beck, 936 Seiten, 39,95 Euro.

2017 wurde die »Histoire mondiale de la France« zum Thema im Präsidentschaftswahlkampf: Eine Geschichte der Nation, ausdrücklich über ihren Bezug zum Rest der Welt erzählt, das empörte manche. So große Wellen schlug die Übertragung auf Deutschland nicht. Aber in 177 Artikeln entsteht ein anregendes und vielstimmiges (172 Beitragende!) Bild eines Landes, das durch hereinkommende Ideen geprägt wurde und nicht nur kriegerisch über Grenzen hinaus Einfluss nahm. Es geht um Gutenberg und den Hamburger, den VW Käfer aus Mexiko und die Himmelsscheibe von Nebra – als Historienhappen, die den Blick weiten, wenn man schon nicht in die Welt hinaus reisen kann. 

Felix Bayer 

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Deutschland: Globalgeschichte einer Nation

Verlag: C.H.Beck
Seitenzahl: 936
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Für die woke Studentin, die aus Prinzip nur Bücher von Frauen liest

Kate Chopin: »Das Erwachen«. Übersetzt von Ingrid Rein. Ars Vivendi, 22 Euro.

»Das Erwachen« von Kate Chopin spielt Ende des 19. Jahrhunderts im US-Bundesstaat Louisiana: Edna Pontellier hat scheinbar alles, was man sich wünscht – einen erfolgreichen Ehemann, zwei tolle Söhne, ein riesiges Haus in New Orleans. Dann verliebt sie sich während eines Urlaubs in den schönen Robert, doch der reist einfach ab. Als eine Art Ersatzhandlung verfällt sie einem anderen Mann, wohl wissend, dass es ihr nicht um Liebe, sondern nur um die Leidenschaft geht (1899!). Vor allem aber merkt sie, dass sie Mutterschaft und Familie nicht glücklich machen. Was tut sie also? Worauf sie Lust hat: Sie fängt an zu malen, lernt schwimmen und zieht in ein eigenes Haus, ohne Mann und Kinder. Das Ganze geht dann leider trotzdem nicht gut aus. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass auch vor 130 Jahren Frauen schon einiges zu sagen und zu schreiben hatten. 

Laura Backes 

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Kate Chopin, Ingrid Rein (Übersetzung)

Das Erwachen: Roman

Verlag: ars vivendi
Seitenzahl: 216
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06.02.2023 15.06 Uhr

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Für Geschichtsfreunde

Antonio Scurati: »M. Der Sohn des Jahrhunderts« Aus dem Italienischen von Verena von Koskull. Klett-Cotta, 830 Seiten, 32 Euro.

Dieses F-Wort war 2020 in aller Munde: Faschismus. Aber passt es überhaupt zu den aktuellen Entwicklungen? Mit seiner monumentalen Biografie von Benito Mussolini, dem Erfinder des Faschismus, bietet Antonio Scurati die historische Perspektive, die der Debatte bisweilen fehlt, und wagt dazu ein Experiment. In »M. Der Sohn des Jahrhunderts« verbindet er aufbrausende Fiktion mit nüchternem Archivmaterial. Das ist streitbar sowohl in den politischen Ausdeutungen als auch den stilistischen Mitteln, macht aber gerade deshalb aus Geschichte die leidenschaftliche Diskussion, die sie immer sein sollte. 

Hannah Pilarczyk

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[Scurati, Antonio]

M. Der Sohn des Jahrhunderts: Roman

Verlag: Klett-Cotta
Seitenzahl: 830
Übersetzerin: Verena von Koskull
Für 32,00 € kaufen

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06.02.2023 15.06 Uhr

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