Erfolg für Rowling-Buch Wer braucht schon Harry Potter?

Sie kann auch ohne den Mann an ihrer Seite. Joanne K. Rowling, die seit 2007 auf Harry Potter verzichtet, ist mit ihrem neuen Buch auf Platz eins der Hitliste des Internetshops Amazon eingestiegen - und zwar noch vor der Veröffentlichung. Geholfen hat der kleine Zauberer dabei wohl dennoch.


Hamburg - Ist ja magisch. Auch ohne Harry bleibt die Autorin Joanne K. Rowling auf Bestsellerkurs. Die Erfinderin des wohl einflussreichsten Zauberers der Neuzeit, Harry Potter, lag mit ihrer neuen Geschichtensammlung "Die Märchen von Beedle dem Barden" noch vor der Veröffentlichung am Donnerstag auf Platz eins der Bücher-Hitliste des Internethändlers Amazon.de.

Autorin J.K. Rowling: Und noch ein Bestseller!
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Autorin J.K. Rowling: Und noch ein Bestseller!

Vorbestellzahlen konnte das Unternehmen auf Anfrage allerdings nicht mitteilen. Die deutsche Übersetzung von Klaus Fritz erscheint laut dem Carlsen Verlag in einer Startauflage von 300.000 Büchern.

Rowling hatte mit dem siebten Potter-Roman "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes" ihre Erfolgsreihe beendet. Das Buch war Ende Oktober 2007 mit zwei Millionen Startexemplaren veröffentlicht worden.

Das erste Buch der Britin seit dem Ende der Romanreihe um den jungen Zauberer erscheint nun zeitgleich im englischen Original und in deutschsprachiger Übersetzung.

Ein bisschen hat dieser Erfolg aber wohl schon mit Harry zu tun - denn die Sammlung von fünf Märchen hatte im letzten "Potter"-Roman eine zentrale Rolle gespielt.

Der verstorbene Professor Albus Dumbledore hatte "Die Märchen von Beedle dem Barden" Hermine Granger vermacht, um Harry im Kampf gegen Lord Voldemort Tipps zu geben. Und eine der neuen Geschichten, "Das Märchen von den drei Brüdern", wird im letzten Potter-Roman nacherzählt. Die anderen vier sind in den "Märchen von Beedle dem Barden" zum ersten Mal zu lesen.

Das 128 Seiten umfassende Buch wurde von der Autorin mit Illustrationen und einem Vorwort versehen. Zudem hat Dumbledore zu den jeweiligen Geschichten ein paar Notizen beigesteuert - und Hermine höchstselbst hat es aus den originalen Runen übersetzt.

Die Arbeit dieser beiden literarischen Figuren war, versteht sich, natürlich rein fiktiv. Aber selbst wenn sie es nicht gewesen wäre - Honorar hätten der tote Professor und Hermine dennoch nicht bekommen. Die Erlöse aus dem Buchprojekt kommen der von Rowling gegründeten Kinderschutzorganisation "Children's High Level Group" zugute.

Der Verein hatte bereits die 2,75 Millionen Euro erhalten, die das Internetkaufhaus Amazon im Dezember 2007 bei einer Auktion für eine handgeschriebene Ausgabe von "The Tales of Beedle the Bard" gezahlt hatte.

tdo/ddp



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