Erstaunlicher Fund Die Post des toten Tolkien

Eigentlich sollte das ehemalige Wohnhaus des "Herr der Ringe"-Autors J.R.R. Tolkien in Dorset einfach abgerissen werden. Doch bevor die Bagger kamen, schaute sich ein britischer Abrissunternehmer in der Wohnung genauer um - und machte hinter dem Kamin einen unverhofften Fund.


London - "Ich habe viel an dich gedacht" - so beginnt die Postkarte, die Abrissunternehmer Stephen Malton im ehemaligen Wohnhaus des "Herr der Ringe"-Autors J.R.R. Tolkien englischen Medienberichten zufolge gefunden hat. Sie lag verborgen hinter dem Kamin eines Hauses in der südenglischen Grafschaft Dorset, in dem Tolkien von 1968 bis 1972 zusammen mit seiner Frau gelebt hat, und war an den Schriftsteller adressiert. Der geschäftige Unternehmer Malton hofft, dass er die Postkarte für rund 140.000 Pfund an einen Sammler verkaufen kann.

"Herr der Ringe"-Schöpfer Tolkien: Seine Post soll andere reich machen
AP

"Herr der Ringe"-Schöpfer Tolkien: Seine Post soll andere reich machen

Vor dem Abriss hätten sie den Kamin ausgebaut und hinter der Feuerstelle drei Postkarten entdeckt, sagte Malton am Dienstag. Eine davon sei an den Hobbit-Schöpfer Tolkien adressiert gewesen und auf das Jahr 1968 datiert. Unterzeichnet habe die Karte "Lin". Britische Medien vermuten, dass es sich dabei um den mit Tolkien befreundeten Fantasy-Autor Lin Carter handelt.

Der gesamte Text auf der Karte lautet: "Ich habe viel an dich gedacht und hoffe, alles ist so gut gegangen wie es nur gut gehen kann, unter diesen schwierigen Umständen." Was damit gemeint ist? Darüber kann man nur spekulieren. Tolkien starb 1973, Lin Carter 15 Jahre später, 1988. Auch die Frontseite der Karte bietet keinen weiteren Hinweis. Darauf ist eine Landschaft in Cork, Irland, zu sehen.

Neben der Postkarte will Stephen Malton auch den holzverzierten und innen mit Marmor ausgestalteten Kamin zu Geld machen. Die Tolkien-Erbengemeinschaft hätte ihm dazu bereits die Erlaubnis erteilt. Der englischen Lokalzeitung "Dorset Echo" zufolge will Malton beide Funde versteigern, obwohl ihm ein enthusiastischer Tolkien-Sammler aus Belgien bereits ein gutes Angebot gemacht habe. Der Nachrichtenagentur Reuters sagte Malton, den Kamin und die Karte schätze er zusammen auf rund 260.000 Pfund, 120.000 Pfund für den Kamin und 140.000 Pfund für die Karte. Laut "BBC" plant er auch eine bronzene Elben-Statue und einen steinernen Greif, die er im Garten des Hauses entdeckt hat, zu versteigern.

Stephen Malton: "Wir haben auch unter dem Fußboden nachgeschaut. Wenn wir einen Hobbit entdeckt hätten, wäre das der Zuckerguss auf dem Kuchen gewesen." Keine Frage: geschäftig, der Mann.

cc/Reuters



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