Umstrittene Autorin Fischer-Verlag trennt sich von Monika Maron

Monika Maron veröffentlichte ihre Bücher 40 Jahre lang im S. Fischer Verlag. Jetzt trennte sich das Verlagshaus von der Autorin, die immer wieder mit rechten Äußerungen für Empörung sorgt.
Monika Maron

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Fredrik von Erichsen / picture alliance / dpa

In ihrem aktuellen Roman "Artur Lanz" beschäftigt sie sich mit der postheroischen Gesellschaft, also einer Zeit ohne Helden. Sie täten ihr leid, die "schmalen Jungs", die heute in den Medien präsentiert würden, sagte Monika Maron im Gespräch mit dem SPIEGEL. Männer seien aus ihrer Ernährerrolle gestoßen worden, es kursiere geradezu ein Hass auf sie, den sie entsetzlich finde. Wegen solcher und weiterer Aussagen, etwa zum Islam, stand Maron immer wieder in der Kritik. Nun hat sich ihr Verlag von der Autorin getrennt.

"Natürlich weiß ich, dass man nicht mit allen meinen politischen Äußerungen zum Islam und zur Flüchtlingspolitik glücklich ist"

Monika Maron

In einem Interview  mit der "Welt am Sonntag" berichtete Maron, dass der S. Fischer Verlag sich von ihr getrennt habe. Die Gründe dazu könne sie nur vermuten: "Natürlich weiß ich, dass man nicht mit allen meinen politischen Äußerungen zum Islam und zur Flüchtlingspolitik glücklich ist", sagte Maron. Schon bei ihrem Buch "Munin oder Chaos im Kopf" sei der Verlag vor Veröffentlichung mit Bedenken und Hinweisen auf sie zugekommen, um sie vor sich selbst zu schützen. "Das fand ich eher komisch."

Essayband erscheint nächstes Jahr

Der S. Fischer Verlag bestätigte dem BR  die Trennung. Für das kommende Jahr sei dort allerdings weiterhin Marons Essayband angekündigt, so der BR. Die Trennung werde erst zu einem späteren Zeitpunkt fällig.

Populär wurde Maron 1981 mit ihrem Debüt "Flugasche" über die Umweltzerstörung in Ostdeutschland. Nachdem das Buch im Westen veröffentlicht wurde, geriet sie zunehmend unter Druck. Viele ihrer Romane handeln von Menschen in der DDR oder zur Wende­zeit, die sich gegen gesell­schaftlichen Anpassungs­druck auflehnen. Die preisgekrönte Autorin fällt seit einigen Jahren als politisch rechts auf. 

Ein Band mit Essays von Maron war im Frühjahr in der "Exil"-Reihe des Dresdner Buchhauses Loschwitz von Susanne Dagen  erschienen. Die Buchreihe wird unter anderem über den Antaios-Verlag des neurechten Götz Kubitschek vertrieben, dessen "Institut für Staatspolitik" vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

Dass ihre Texte unter dem Schlagwort "Exil" erschienen, sorgte für reichlich Kritik. Der Begriff treffe auf Jüdinnen und Juden zu sowie auf Künstlerinnen und Künstler, die vor dem NS-Regime geflohen seien, nicht aber auf Maron, hieß es. Über den Titel sei sie auch nicht glücklich, sagte Maron in einem Gespräch mit dem SPIEGEL. Dagen habe ihr gegenüber den Reihentitel als "Exil aus dem Geschwätz in die Welt der Kunst" erklärt.

evh
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