Frankfurter Buchmesse Veranstaltungen am SPIEGEL-Stand

Von der "Erfindung der Deutschen" über "Lehrermobbing" bis hin zu Fragen wie "Sterben Männer als Leser aus?": DER SPIEGEL und SPIEGEL ONLINE sorgen auf der Frankfurter Buchmesse wieder für spannende Diskussionen. Ein Überblick.


Veranstaltungen am Mittwoch, den 10. Oktober:

14.00 Uhr
Horst Köhler: Ein ungeduldiger Bundespräsident

2004 wurde Köhler als Wunschkandidat von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit knapper Mehrheit zum Bundespräsidenten gewählt, mittlerweile hat er in der Bevölkerung deutlich an Akzeptanz und Beliebtheit gewonnen: Laut Umfragen wollen 78 Prozent der Deutschen Bundespräsident Köhler übers Jahr 2009 hinaus im Schloss Bellevue sehen. Gerd Langguth, ehemaliger CDU-Bundestagsabgeordneter und jetzt Professor für politische Wissenschaften in Bonn, hat eine Biographie über den deutschen Bundespräsidenten geschrieben ("Horst Köhler"), SPIEGEL-Redakteur Stephan Burgdorff spricht mit ihm über den Werdegang des Präsidenten, seine Rolle neben der Großen Koalition und seine Chancen auf eine Wiederwahl 2009.
Messestand der SPIEGEL-Gruppe, Halle 3.0, Stand D 101

15.00 Uhr
Gewinner des Deutschen Buchpreises

Es galt, aus 117 Titeln den besten Roman auszuwählen. Für die Jury war es ein langer Prozess leidenschaftlicher Diskussionen, um unter den zuletzt ausgewählten sechs besten Werken auf der Shortlist das herausragende zu küren. Konnte der Preis im In- und Ausland der deutschen Literatur größere Aufmerksamkeit verschaffen? Fördert er eine bestimmte literarische Form? Neben der Bedeutung dieser Auszeichnung für die Literatur soll auch über die Reaktion des Autors auf die Ehrung und über den preisgekrönten Roman gesprochen werden. Mit dem Preisträger spricht SPIEGEL-Redakteur Volker Hage.
Messestand der SPIEGEL-Gruppe, Halle 3.0, Stand D 101

16.00 Uhr
Wahrheit und Lüge im Krieg: Irak, Vietnam und die USA

Ist der Irak für die Amerikaner ein zweites Vietnam? Was verbindet die beiden Kriege? Trifft die Dominotheorie heute nicht viel eher zu als damals? Was waren die Folgen des Krieges in Indochina und was werden die Folgen des Krieges heute im Nahen Osten sein? Bernd Greiner, Autor des Buches "Krieg ohne Fronten. Die USA in Vietnam" diskutiert im Rahmen des Themenschwerpunkts Geschichte mit SPIEGEL-Redakteur Ralf Beste.
Messestand der SPIEGEL-Gruppe, Halle 3.0, Stand D 101

Veranstaltungen am Donnerstag, den 11. Oktober:

13.00 Uhr
Wie schwer es ist, modern zu sein

Julia Francks neuer Roman spielt in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts und erzählt die Lebensgeschichte von Helen. Die 36-jährige Autorin spannt einen weiten Bogen, politische Ereignisse und philosophische Strömungen der Zeit grundieren das Buch, doch die große Kunst von Julia Franck liegt in den Schilderungen der Gefühle. So sinnlich, körperlich und klug wie in diesem Roman ist in der deutschen Literatur selten erzählt worden. Ein Gespräch mit der Schriftstellerin Julia Franck über ihren Roman "Die Mittagsfrau" mit SPIEGEL-Redakteurin Claudia Voigt.
Messestand der SPIEGEL-Gruppe, Halle 3.0, D 101

14.00 Uhr
Muss Preußens Geschichte neu geschrieben werden?

Preußen ist für die einen das Synonym für Militarismus, Engstirnigkeit und Beamtentum, für die anderen ist der preußische Staat ein Musterbeispiel für Effizienz, Pflichtgefühl und religiöse Toleranz. Lässt sich von der Geschichte Preußens eine direkte Linie zum Nationalsozialismus Adolf Hitlers ziehen oder wurde in Preußen der moderne Staat erfunden, dessen funktionierende Verwaltung, das Universitätswesen oder die Wehrpflicht bis heute fortleben? Was ist das kulturelle Erbe Preußens, das nicht nur für Blut und Eisen, sondern auch für Reformen und Aufklärung steht? Der Historiker und Autor des Bestsellers "Preußen", Christopher Clark, spricht im Rahmen des Themenschwerpunkts Geschichte mit den SPIEGEL-Redakteuren Martin Doerry und Klaus Wiegrefe.
Messestand der SPIEGEL-Gruppe, Halle 3.0, D 101

15.00 Uhr
Der Holocaust und die Deutschen

Saul Friedländer erhält für sein Erinnerungswerk "Das Dritte Reich und die Juden" eine weitere Auszeichnung, den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Im Gegensatz zur bisher verbreiteten Methode, den Nationalsozialismus wissenschaftlich zu erforschen und damit die Einzelschicksale hinter der Analyse zurück zu stellten, schildert Friedländer den Holocaust eindringlich und kenntnisreich aus der Perspektive der Opfer. Er habe, so die Begründung der Jury, "den zu Asche verbrannten Menschen Klage und Schrei gestattet, Gedächtnis und Namen geschenkt". Im Rahmen des Themenschwerpunkts Geschichte diskutiert Buchautor und Friedenspreisträger Saul Friedländer mit den SPIEGEL-Redakteuren Martin Doerry und Klaus Wiegrefe über sein Buch und über die angemessene Form, über den Holocaust zu berichten.
Messestand der SPIEGEL-Gruppe, Halle 3.0, D 101

15.00 Uhr
Intuition: Die Entdeckung des gefühlten Wissens

Die moderne Neurowissenschaft enträtselt derzeit mit rasantem Tempo, wie viel Wissen der Mensch erlernt, ohne sich dessen bewusst zu sein. Wie bedient sich die Intuition dieser Quelle aus Erinnerungen und Gefühlen? Wie speist sie damit unser Talent und die Kreativität und leitet unsere Entscheidungskraft? Und wie können Verstand und Intuition zusammenfinden? Buchautor Gerald Traufetter ("Intuition. Die Weisheit der Gefühle"), Markus Raab, Intuitionsforscher der Universität Flensburg, und Markus Ullsperger, Neurologe beim Max-Planck-Institut, sprechen über die Zusammenarbeit von Intuition und Verstand; Moderation: SPIEGEL-Redakteurin Katja Thimm.
SPIEGEL-Bildungsforum, Halle 3.1, L 105

16.00 Uhr
"Die Erfindung der Deutschen: Wie wir wurden, was wir sind"

Wie wurde aus Stämmen, die nicht viel füreinander übrig hatten und sich kaum verständigen konnten, ein Volk? Woher kam die Idee, einen Nationalstaat zu gründen? Der wechselvolle Werdegang der Nation mit seinen Verirrungen und Glanztaten, vom Dreißigjährigen Krieg bis zur Maueröffnung, wird in dem SPIEGEL-Buch "Die Erfindung der Deutschen" nachgezeichnet. Im Gespräch zum Themenschwerpunkt Geschichte diskutiert der Historiker Hans-Ulrich Wehler mit den Herausgebern des Buches, den SPIEGEL-Redakteuren Dietmar Pieper und Klaus Wiegrefe.
Messestand der SPIEGEL-Gruppe, Halle 3.0, D 101

17.00 Uhr
Rettet dem Deutsch! Trägt der Online-Journalismus zum Sprachverfall bei?

Verludert die deutsche Sprache, wie Wolfgang Thierse befürchtet? Vielerorts wird der Niedergang der geliebten Muttersprache beklagt und auf neue Kommunikationsformen wie SMS und Online-Angebote (Chats, Foren) zurückgeführt. Wird die angebliche Sprachverarmung vom Online-Journalismus mitverursacht - oder müssen sich Online-Journalisten in den neuen Medien nicht vielmehr schriftlich stärker disziplinieren als beim gesprochenen Wort? Über die Auswirkungen des Web-Journalismus auf eine gewählte Schreibweise unterhalten sich der populäre Sprachkritiker, SPIEGEL-ONLINE-Kolumnist und "Zwiebelfisch"-Autor Bastian Sick und Mathias Müller von Blumencron, Chefredakteur des führenden deutschen Nachrichtenangebots im Internet, SPIEGEL ONLINE.
Raum "Dimension", Halle 4.2

Veranstaltungen am Freitag, 12. Oktober:

10.30 Uhr
"Letzte Tänze, erste Schritte": Tendenzen der deutschen Gegenwartsliteratur

Die deutsche Literatur befindet sich in einer aufregenden Phase des Übergangs: Jüngere Schriftsteller vermessen die Welt neu und betreten das Parkett, auf dem die Autoren der legendären Gruppe 47 noch "letzte Tänze" absolvieren. Ist die Deutsche Literatur der Gegenwart ein Erfolgsmodell? Über junge Autoren und ihre Lust am Erzählen sprechen der Schriftsteller Hans-Ulrich Treichel ("Der Papst, den ich gekannt habe"), der SPIEGEL-Redakteur und Autor des Buches "Letzte Tänze, erste Schritte" Volker Hage sowie die SPIEGEL-Redakteurin Elke Schmitter.
Messestand der SPIEGEL-Gruppe, Halle 3.0, Stand D 101

11.30 Uhr
"Fünf Deutschland und ein Leben"

Der vielfach preisgekrönte Historiker Fritz Stern hat seine Erinnerungen aufgeschrieben. Im Gespräch mit dem SPIEGEL-Autor Klaus Wiegrefe diskutiert er über den Wert des Erinnerns und darüber, ob manches nicht besser vergessen sei. Stern behauptet, das 20. Jahrhundert habe das deutsche Jahrhundert werden können. Er fragt nach, warum es anders gekommen ist, und schlägt einen Bogen von den Lehren der deutschen Geschichte zur aktuellen amerikanischen Außenpolitik. Welche Konsequenzen hat der Niedergang des amerikanischen Liberalismus? Mit dem Amerikaner aus Breslau spricht SPIEGEL-Autor Klaus Wiegrefe im Rahmen des Themenschwerpunkts Geschichte.
Messestand der SPIEGEL-Gruppe, Halle 3.0, Stand D 101

12.30 Uhr
Der andere Gulag-Erzähler: Warlam Schalamow als Gegenbild Alexander Solschenizyns

Die Werke Warlam Schalamows sind bis heute von den Romanen des Nobelpreisträgers Solschenizyn überschattet. Seine Erzählungen stellen einen Bruch mit dem realistischen Erzählstil und dem Ethos der russischen Literatur des 19. Jahrhunderts dar. Wie entwickelte der Gulag-Erzähler Schalamow (1907-1982) in seiner jahrzehntelangen Haft in der eisigen Kolyma-Region eine radikale neue Poetik? Wie wird eine menschliche Extrem-Erfahrung zur Literatur? Wie verhalten sich authentisches Zeugnis und Kunst zueinander? Warum und mit welchen Konsequenzen verwirft Schalamow die konventionell-moralische Erzählhaltung Solschenizyns und wird so zum großen Antipoden des berühmten Leidensgefährten? Als Teil des Schwerpunkts Geschichte sprechen Franziska Thun-Hohenstein, Herausgeberin der deutschen Werkausgabe, und Mikhail Ryklin, Philosoph und Preisträger des Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung 2007, mit SPIEGEL-Redakteur Rainer Traub über Schalamows "Erzählungen aus Kolyma".
Messestand der SPIEGEL-Gruppe, Halle 3.0, Stand D 101

13.30 Uhr
"Was von allem bleibt: Die Reise ins Licht". Das Leben des Tiziano Terzani

Folco Terzani hat die Lebenserzählung seines Vaters kurz vor dessen Tod aufgenommen. In "Das Ende ist mein Anfang" blickt Tiziano Terzani auf ein ungewöhnliches Reporterleben zwischen Europa und Asien zurück. Entstanden ist ein Dialog über das Leben und die Begegnungen mit dem Tod, über Abschied, Trauer und Verlust, aber auch über Hoffnung und Wiederkehr. SPIEGEL-Autor Mathias Schreiber spricht mit Folco Terzani über die Erinnerungen seines Vaters.
Messestand der SPIEGEL-Gruppe, Halle 3.0, Stand D 101

14.00 Uhr
Sterben Männer als Leser aus? Und: Kapituliert die Buchbranche?

Das BuchMarktFORUM beschäftigt sich in diesem Jahr mit "Gehirnforschung und Lesen" und begibt sich auf die Suche nach dem lesenden Mann. Wolfgang Bergmann, Leiter des Instituts für Kinderpsychologie und Lerntherapie in Hannover, wird einführend die Branche mit seiner Sicht der Dinge konfrontieren. Bärbel G. Renner, Professorin an der Berufsakademie Stuttgart, wird drei Thesen zur Situation der (Kinderbuch-)Branche formulieren. Fokus ihrer Thesen: Was macht die Buchbranche eigentlich falsch? Moderation: Andreas Meyer (Verlagsconsult) und Arndt Roszinsky-Terjung (Buchconsult).
Raum "Europa", Halle 4.0

14.30 Uhr
Genie oder Dämon? Stefan George in neuer Sicht

Als Leitfigur eines elitären Jüngerkreises, der weit in Geistesleben, Wissenschaft und Politik hineinwirkte, hat der Lyriker Stefan George (1868-1933) die Kulturgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts mitgeprägt. Thomas Karlaufs Buch "Stefan George. Die Entdeckung des Charisma" ist die erste quellenkritische Biografie des "Meisters"; sie entzaubert den legendenumwobenen Sprachmagier, öffnet aber gerade damit den Blick auf Georges historische Bedeutung. Der George-Biograf Thomas Karlauf im Gespräch mit SPIEGEL-Redakteur Johannes Saltzwedel.
Messestand der SPIEGEL-Gruppe, Halle 3.0, Stand D 101

15.00 Uhr
Lehrer-Mobbing im Internet: Wie weit geht die Meinungsfreiheit?

Darf man Lehrer öffentlich an den Pranger stellen? Genau das ermöglicht nach Ansicht vieler Pädagogen die Internet-Plattform spickmich.de. Schüler haben hier online die Möglichkeit, verschiedene Eigenschaften ihrer Lehrer auf einer Skala von eins bis sechs zu bewerten. Daraus wird dann eine Gesamtnote ermittelt, die durchaus nicht für alle Lehrer vorteilhaft ausfällt. Trägt eine solche Plattform zur Transparenz bei oder führt sie lediglich zur Verunglimpfung von Lehrern oder gar zum Cyber-Mobbing? Über Sinn und Grenzen solcher Foren diskutieren Marianne Demmer, Leiterin des Fachbereichs Schule bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, und Tino Keller, Gründer der Lehrer-Bewertungsplattform; moderiert wird das Gespräch von SPIEGEL-Redakteurin Julia Koch.
SPIEGEL-Bildungsforum, Halle 3.1, Stand L 105

16.00 Uhr
Zyniker und Vorbild: Rudolf Augstein, ein Ikon des deutschen Journalismus

Wer war Rudolf Augstein? Der Journalist Peter Merseburger hat eine ebenso voluminöse wie spannende Biografie des SPIEGEL-Gründers geschrieben. An Rudolf Augstein haben sich zeitlebens die Geister der deutschen Politik geschieden. Im Gespräch geht Merseburger Fragen nach, die zur Person Augstein immer wieder gestellt werden: Welchen Einfluss hatte der zum "Journalisten des Jahrhunderts" gewählte SPIEGEL-Herausgeber auf die Entwicklung der Bundesrepublik? War sein SPIEGEL tatsächlich "das Sturmgeschütz der Demokratie"? Oder war Augstein nur ein Zyniker der Macht? War er sogar ein deutsch-nationaler Antisemit? Der Augstein-Biograf Peter Merseburger im Gespräch mit SPIEGEL-Redakteur Ulrich Schwarz.
Messestand der SPIEGEL-Gruppe, Halle 3.0, Stand D 101

17.00 Uhr
Ist Afghanistan noch zu retten?

37 Nationen stehen mit ihren Soldaten am Hindukusch, um dem Land Frieden und Demokratie zu bringen. Doch jeden Tag gibt es neue Schockmeldungen aus diesem abenteuerlichen, widersprüchlichen Land: Aufbauhelfer werden entführt und sechsjährige Kinder zu Mördern der angeblich "Ungläubigen" ausgebildet, Selbstmordattentäter sprengen sich in die Luft und reißen dabei möglichst viele afghanische Sicherheitskräfte und Ausländer in den Tod. Ist den Afghanen noch zu helfen, fragen sich die Bürger hierzulande. Warum schließen sich immer mehr Afghanen wieder den radikalislamischen Taliban an? Die SPIEGEL-Reporterin Susanne Koelbl und Olaf Ihlau, langjähriger SPIEGEL-Korrespondent in der Region, sind die Autoren des Buches "Geliebtes, dunkles Land - Menschen und Mächte in Afghanistan" und berichten über die aktuelle Lage. Moderation: Christine Thalmann, Reporterin der Kulturredaktion und Moderatorin des Rundfunk Berlin-Brandenburg.
Messestand der SPIEGEL-Gruppe, Halle 3.0, Stand D 101

Veranstaltungen am Samstag, 13. Oktober

11.30 Uhr
Ein Leben ist nicht genug: Virtuelle Welten verändern das Netz

Die erste Medienwelle zu Second Life ist abgeklungen. Nachdem am Anfang viel ausprobiert wurde, wird sich Second Life nun auf ein paar Kernanwendungen einpendeln? Welche werden das sein und wo wird Second Life in zehn Jahren stehen? Wird es tatsächlich das zweite Internet oder waren die Prognosen zu optimistisch? Gibt es Parallelen zur echten Welt? Wie hat sich der SPIEGEL-ONLINE-Avatar Sponto entwickelt und was waren seine bizarrsten Erlebnisse? Wie entwickelt sich die wirtschaftliche Seite von Second Life? Autor und SPIEGEL-ONLINE-Redakteur Christian Stöcker ("Second Life. Eine Gebrauchsanweisung für die digitale Wunderwelt") spricht mit SPIEGEL-Redakteur Philipp Oehmke.
Messestand der SPIEGEL-Gruppe, Halle 3.0, Stand D 101

12.30 Uhr
Trau keinem über dreißig

Drei Jahrzehnte "Emma" - braucht Deutschland das Magazin zur Frauenbewegung noch? Als "Emma" im Januar 1977 zum ersten Mal erschien, war das Echo gewaltig. Seitdem bricht "Emma" immer wieder Tabus und tritt für die uneingeschränkte Chancengleichheit von Frauen und Männern ein. "Emma"-Erfinderin Alice Schwarzer schildert die Geschichte der Frauenbewegung und des Frauenmagazins in ihrem neuen Buch "Emma. Die ersten 30 Jahre". Alice Schwarzer spricht mit SPIEGEL-Redakteurin Bettina Musall über drei Jahrzehnte "Emma", die Kämpfe und die Erfolge der Frauenbewegung und die Frage, ob eine Zeitschrift die Welt verbessern kann.
Messestand der SPIEGEL-Gruppe, Halle 3.0, Stand D 101

15.00 Uhr
Vernunft oder Glaube: Schadet Kindern die Religion?

Der englische Evolutionsbiologe Richard Dawkins hält Religion für eine Form "mentalen Missbrauchs". Ganz besonders gelte das für Kinder, die zum Glauben erzogen würden. Dies könne den Intellekt untergraben und den Kindern Angst einjagen, zum Beispiel durch die Vorstellung, geliebte Menschen würden in die Hölle kommen. Mit dem Autor des kontroversen Bestsellers "Der Gotteswahn" spricht SPIEGEL-Wissenschaftsredakteur Johann Grolle über mögliche biologische Wurzeln des Glaubens und die Auswirkungen der Religion auf Kinder.
SPIEGEL-Bildungsforum, Halle 3.1, Stand L 105

16.30 Uhr
"Das Vermächtnis des Dalai Lama"

Für die Deutschen ist er ein Vorbild, beliebter sogar als der bayerische Papst - für die chinesischen Machthaber dagegen ein Verräter, Staatsfeind Nummer eins: der Dalai Lama. Wie sieht sich der tibetische Gottkönig und Friedensnobelpreisträger selbst, was will er, was kann er spirituell und politisch erreichen? Ist Bundeskanzlerin Merkel ein zu großes Risiko eingegangen und hat sie die Wirtschaftsbeziehungen zu Peking gefährdet, weil sie ihn im Kanzleramt empfing? Reinhold Messner, Bergsteigerlegende, Tibet-Experte und langjähriger Grünen-Europa-Abgeordneter, der "Seine Heiligkeit" von vielen Treffen kennt, diskutiert mit SPIEGEL-Autor Erich Follath über dessen politische Biografie "Das Vermächtnis des Dalai Lama. Ein Gott zum Anfassen".
Messestand der SPIEGEL-Gruppe, Halle 3.0, Stand D 101

Veranstaltungen am Sonntag, den 14. Oktober

13.00 Uhr
"Tatort Gehirn: auf der Suche nach dem Ursprung des Verbrechens"

Mit modernster Technik sind Neurowissenschaftler dem Ursprung der Kriminalität auf der Spur. Sie fragen: Gibt es den "Fingerabdruck" eines Verbrechens im Gehirn? Von der Antwort auf diese Frage hängt viel ab - neue Möglichkeiten in der Verbrechensprävention oder der Terroristenfahndung etwa, nicht zuletzt aber auch unser Verständnis von Schuldfähigkeit und Strafe. Über die dunklen Seiten des Gehirns diskutieren der Neurowissenschaftler Hans J. Markowitsch ("Tatort Gehirn") und die Spiegel-Redakteurin Beate Lakotta.
Messestand der SPIEGEL-Gruppe, Halle 3.0, Stand D 101

14.00 Uhr
Elite und Elite-Universitäten

Er gilt als einer der wichtigsten Elite-Forscher des Landes: Professor Michael Hartmann von der TU Darmstadt erforscht, woher die wichtigsten Leute des Landes kommen und was sie auszeichnet. Dabei hat der Forscher festgestellt, dass die Elite sich selbst reproduziert, die Durchlässigkeit der sozialen Schichten also nicht gewährleistet ist. Auch in der aktuellen Diskussion um Elite-Universitäten hat sich Hartmann eingeschaltet – er sieht den Wettbewerb um die besten Unis kritisch. Belohnt würden nur große Hochschulen, kleinere Unis fielen hintenüber und hätten keine Chance auf Förderung ihrer Forschung. Professor Michael Hartmann im Gespräch über Elite und Elite-Unis mit SPIEGEL-Redakteur Per Hinrichs.
Messestand der SPIEGEL-Gruppe, Halle 3.0, Stand D

15.00 Uhr
Die Uni als Elite-Schmiede?

Die deutschen Hochschulen befinden sich in einer Phase des rasanten Umbruchs. Abschlüsse und Studiengänge werden reformiert, einige Bundesländer führten inzwischen Studiengebühren ein. Drei Universitäten wurden bereits zu Elite-Unis gekürt. Am 19. Oktober werden im Rahmen der Exzellenzinitiative weitere Elite-Schmieden ausgewählt. Wie lassen sich Eliteanspruch und Massenausbildung vereinbaren? Wie gut sind die deutschen Unis im internationalen Vergleich? Im unmittelbaren Vorfeld dieser wichtigen Entscheidung diskutieren Matthias Kleiner, Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Hans Jürgen Prömel, Präsident der Technischen Universität Darmstadt, und Imke Buß, Vorsitzende des Freien Zusammenschlusses von StudentInnenschaften, mit SPIEGEL-Redakteur Jan Friedmann.
SPIEGEL-Bildungsforum, Halle 3.1, Stand L 105



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