Kolumbianischer Schriftsteller Literaturnobelpreisträger García Márquez im Krankenhaus

Sorge um Gabriel García Márquez: Der weltweit bekannte kolumbianische Schriftsteller wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Ärzte behandeln den 87-Jährigen wegen Atemwegs- und Harnwegsinfektionen.

Schriftsteller Gabriel García Márquez: Mehrere Tage im Krankenhaus
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Schriftsteller Gabriel García Márquez: Mehrere Tage im Krankenhaus

Von , Mexiko-Stadt


Mexiko-Stadt - Der kolumbianische Schriftsteller und Nobelpreisträger Gabriel García Márquez ist in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Der 87-Jährige werde dort seit drei Tagen wegen einer Atemwegs- und Harnwegsinfektion behandelt, bestätigten am Donnerstag der Nationale Kulturrat CONACULTA und das mexikanische Gesundheitsministerium übereinstimmend. Sobald die Behandlung mit Antibiotika abgeschlossen sei, würde überprüft, ob er entlassen werden könne, hieß es in einer Erklärung des Gesundheitsministeriums.

Mexikanische Medien zitierten Mercedes Barcha, die Ehefrau von García Márquez. Demnach handele es sich bei der Erkrankung des Schriftstellers um eine "leichte Grippe". Sein Zustand sei "nicht besorgniserregend". García Márquez sei ins Krankenhaus eingeliefert worden, um Schlimmeres zu verhindern. Der Autor von "Hundert Jahre Einsamkeit" und "Die Liebe in den Zeiten der Cholera" lebt seit rund 40 Jahren in der mexikanischen Hauptstadt. In den vergangenen Jahren trat er kaum noch in der Öffentlichkeit auf. Die wenigen Male, die er an Veranstaltungen teilnahm, wirkte er sehr gebrechlich.Verschiedene Quellen behaupten, er leide an Altersdemenz.

Zuletzt war García Márquez an seinem Geburtstag Anfang März öffentlich aufgetreten. Vor seinem Haus begrüßte er Journalisten, äußerte sich allerdings nicht. Die Reporter sangen ihm ein Ständchen.

Vom Reporter zum Nobelpreisträger

García Márquez gehört zu den Begründern des "Magischen Realismus" in der Literatur und ist vermutlich der bekannteste lebende lateinamerikanische Schriftsteller. Seine Bücher wurden weltweit millionenfach verkauft; besonders auch in Deutschland hat er viele Fans. Seine Literatur öffnete Generationen das Tor zu seiner Heimat Kolumbien und Lateinamerika.

Geboren wurde "Gabo", wie er oft genannt wird, am 6. März 1927 im Karibikdorf Aracataca, dem erklärten Vorbild für den mythischen Ort Macondo aus "Hundert Jahre Einsamkeit". Das melancholische Epos um die Großfamilie Buendía, von seinem peruanischen Kollegen Mario Vargas Llosa als "totaler Roman" bezeichnet, wurde auf Anhieb zum Bestseller. 1982 erhielt García Márquez den Literaturnobelpreis.

Wie viele seiner lateinamerikanischen Kollegen begann auch García Márquez als Journalist. Er hält den Beruf des Reporters für den "besten der Welt". Für die Tageszeitung "El Espectador", in der seine ersten Kurzgeschichten erschienen waren, berichtete er als Korrespondent aus Europa. Nach der kubanischen Revolution 1959 arbeitete er für die dortige Staatsagentur "Prensa Latina".

García Márquez äußerte sich früher auch immer wieder in Essays und Zeitungsartikeln zu aktuellen politischen Fragen vor allen Lateinamerikas. Er war bis in die 1990er Jahre einer der führenden Linksintellektuellen der Region und immer ein erklärter Freund des kubanischen Revolutionsführers Fidel Castro. Vargas Llosa, sein peruanischer Schriftstellerfreund und späterer Kontrahent, bezeichnete den Kolumbianer einmal als "Höfling Castros". Ambitionen, selbst Politiker zu werden, hegte er anders als Vargas Llosa jedoch nie.



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iriko13 04.04.2014
1. ...
Weder Zeit, noch Alter lassen niemanden verschont bleiben, leider... Ich kann nur hoppen, dass García wieder gesund wird und noch wie möglich viel Jahre in klarem Verstand lebt.
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