Bedeutende Literaturauszeichnung Der Georg-Büchner-Preis 2021 geht an Clemens J. Setz

Es ist eine der wichtigsten Auszeichnungen in der deutschsprachigen Literatur: Clemens J. Setz soll den Georg-Büchner-Preis erhalten. Der Österreicher wird für seine Sprachkunst in Romanen und Erzählungen geehrt.
Büchnerpreisträger 2021: Clemens J. Setz

Büchnerpreisträger 2021: Clemens J. Setz

Foto: Rathaus Berlin / gezett / imago images

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung hat bekannt gegeben, dass Clemens J. Setz den Georg-Büchner-Preis 2021 erhalten wird. Die Jury zeichne »einen Sprachkünstler aus, der mit seinen Romanen und Erzählungen immer wieder menschliche Grenzbereiche erkundet«.

Setz, 1982 im österreichischen Graz geboren, veröffentlichte 2007 seinen Debütroman »Söhne und Planeten«. 2011 erhielt er für den Erzählband »Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes« den Preis der Leipziger Buchmesse. Besonders starke Beachtung  fand 2015 sein 1000-Seiten-Werk »Die Stunde zwischen Frau und Gitarre« – eine Art philosophischer Psychothriller, ausgezeichnet mit dem Wilhelm-Raabe-Literaturpreis.

»Seine bisweilen verstörende Drastik«, so heißt es in der Jurybegründung weiter, folge »einem zutiefst humanistischen Impuls«. Diese Menschenfreundlichkeit verbinde Clemens J. Setz mit einem enzyklopädischen Wissen und einem Reichtum der poetischen und sprachschöpferischen Imagination: »Mit staunenswerter Vielseitigkeit demonstriert er eine radikale Zeitgenossenschaft, welche Buch um Buch die Schönheit und den Eigensinn großer Literatur beglaubigt.«

Selbstversuch mit Esperanto und Volapük

Neben Prosatexten veröffentlichte Setz auch den Gedichtband »Die Vogelstraußtrompete« (2014). Zuletzt sind von ihm der Prosaband »Bot. Gespräch ohne Autor«  (2018), die Erzählungen »Der Trost runder Dinge« (2019) sowie der Band »Die Bienen und das Unsichtbare« (2020) erschienen, in dem es um die Ergebnisse eines Selbstversuchs beim Erlernen von Plansprachen wie Esperanto, Volapük oder Blissymbolic geht.

Nach Angaben einer Sprecherin der Akademie soll der Preis am 6. November im Staatstheater in Darmstadt feierlich übergeben werden. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis zählt zu den wichtigsten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Im vergangenen Jahr wurde die Lyrikerin und Dichterin Elke Erb für ihr literarisches Lebenswerk ausgezeichnet.

Die Verleihung soll in diesem Jahr nach Möglichkeit auch wieder mit Publikum stattfinden. Im vergangenen Jahr hatte die Akademie trotz der Coronapandemie an der Verleihung festgehalten, allerdings fast ohne Publikum. Eine Absage hätte den Bruch einer Tradition bedeutet, hieß es damals zur Begründung.

Seit 1951 vergibt die Akademie den Preis an Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die in deutscher Sprache schreiben. Die Preisträger müssen »durch ihre Arbeiten und Werke in besonderem Maße hervortreten« und »an der Gestaltung des gegenwärtigen deutschen Kulturlebens wesentlichen Anteil haben«, heißt es in der Satzung. Der Preis wird vom Bund, dem Land Hessen und der Stadt Darmstadt finanziert.

Zu den Preisträgern gehören Max Frisch (1958), Günter Grass (1965) und Heinrich Böll (1967) sowie zuletzt seit 2015 Rainald Goetz, Marcel Beyer, Jan Wagner, Terézia Mora, Lukas Bärfuss und Erb. Die Lyrikerin war die elfte Frau, die die Auszeichnung erhielt.

Namensgeber ist der Dramatiker und Revolutionär Georg Büchner (»Woyzeck«). Er wurde 1813 im Großherzogtum Hessen geboren und starb 1837 in Zürich.

feb/dpa
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