US-Verlag Gericht verbietet Kauf von Simon & Schuster durch Bertelsmann-Tochter

Es geht um einen Milliardendeal: Eigentlich wollte Penguin Random House den Verlag Simon & Schuster übernehmen – doch dann schritt ein Gericht ein. Im Fokus steht die Entlohnung der Autorinnen und Autoren.
Buch des Verlags Simon & Schuster

Buch des Verlags Simon & Schuster

Foto: Jenny Kane / AP

Ein möglicher Zusammenschluss mit erheblichen Auswirkungen auf den US-Buchmarkt ist vorerst juristisch gestoppt worden. Ein US-Gericht hat den milliardenschweren Kauf des US-Verlags Simon und Schuster durch die Bertelsmann-Tochter Penguin Random House unterbunden.

Der 2,2 Milliarden Dollar schwere Deal könne den Wettbewerb »auf dem Markt für die US-Veröffentlichungsrechte an den meistverkauften Büchern« erheblich einschränken, führte Richterin Florence Pan vom US-Bezirksgericht im Distrikt Columbia in ihrer Verfügung aus. Penguin Random House bezeichnete die Entscheidung als »unglücklich« und kündigte an, »unverzüglich ein beschleunigtes Berufungsverfahren« zu beantragen, es halte die Vereinbarung für wettbewerbsfördernd.

»Der geplante Zusammenschluss hätte den Wettbewerb eingeschränkt, die Vergütung der Autoren verringert, die Breite, Tiefe und Vielfalt unserer Geschichten und Ideen geschmälert und letztlich unsere Demokratie verarmt«, erklärte hingegen der stellvertretende US-Generalstaatsanwalt Jonathan Kanter.

Weniger Wettbewerb befürchtet

Im Gegensatz zu den meisten Wettbewerbsstreitigkeiten, bei denen es um die Kosten für die Verbraucher geht, ging es in diesem Fall um die Einnahmen der Autorinnen und Autoren. Die US-Regierung argumentierte bei ihrer Klageeinreichung, dass der Kauf verhindert werden müsse, weil er zu weniger Wettbewerb bei Bestsellern und geringeren Vorschüssen für Autorinnen und Autoren führen würde.

Autor Stephen King bei Gericht (im August)

Autor Stephen King bei Gericht (im August)

Foto: TOM BRENNER / REUTERS

Weder Simon & Schuster noch dessen Mutterkonzern Paramount Global reagierten sofort auf eine Anfrage zur Stellungnahme. Dafür meldete sich Erfolgsautor Stephen King zu Wort, der sich im Vorfeld unter anderem vor Gericht gegen die Übernahme ausgesprochen hatte. Er bezeichnete die Entscheidung als »hocherfreulich«. Bei der geplanten Übernahme sei es nie um Leserinnen und Leser oder die Autorinnen und Autorinnen gegangen – sondern »immer nur um Geld«.

Bertelsmann kündigte dagegen an, in Berufung zu gehen. Man halte die Entscheidung des US-Bezirksgerichts in Washington für falsch und plane, im Eilverfahren Berufung gegen das Urteil einzulegen, erklärte der Konzern am Dienstag. Man teile die Einschätzung des Gerichts genauso wenig wie die Haltung des US-Justizministeriums. Beide beruhten auf falschen Grundannahmen, unter anderem auf einer unzutreffenden Marktdefinition. »Wir sind unverändert davon überzeugt, dass Bertelsmann und Penguin Random House für Simon & Schuster das beste kreative Zuhause wären – mit einer Vielfalt von Verlagen, die unabhängig voneinander unter einem Dach agieren könnten.«

jok/hpi/Reuters
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