Haitianischer Schriftsteller Georges Anglade kommt beim Erdbeben um

Unter den Toten der Erdbebenkatastrophe auf Haiti ist auch einer der bekanntesten Autoren des Landes: Georges Anglade. In seiner Prosa hob er die haitianische Volksdichtung auf literarisches Niveau.


Hamburg/Rennes/Port-au-Prince - Bei dem verheerenden Erdbeben in Haiti ist auch der Schriftsteller Georges Anglade ums Leben gekommen. Anglade und seine Frau hätten das Beben auf der Karibikinsel nicht überlebt, teilten die Veranstalter des französischen Literaturfestivals Etonnants Voyageurs in Rennes am Donnerstag mit.

Anglade wurde 1944 in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince geboren. In den neunziger Jahren war er Minister unter dem damaligen haitianischen Präsidenten Aristide.

Von Anglade erschienen in deutscher Übersetzung die Prosasammlung "Das Lachen Haitis - Neunzig Miniaturen" und der Roman "Und wenn Haiti den USA den Krieg erklärt?" - beide wurden von der Kritik mit Lob aufgenommen. Im Oktober 2009 las der Autor in Deutschland aus seinem Werk - er hob darin haitianische Volkserzählungen auf literarisches Niveau oder schilderte satirisch zugespitzt die politischen Zustände des Landes.

sha/AFP



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