Harry Potter Empörung über Verbot

Missmutig nahmen englische Buchhändler und Elternverbände das Harry-Potter-Verbot einer englischen Schulleiterin auf. Sie hatte die Lektüre der beliebten Bücher an ihrer Schule untersagt.


Harry Potter für englische Schule nicht mit der Bibel vereinbar
CARLSEN

Harry Potter für englische Schule nicht mit der Bibel vereinbar

London - Der Verband der britischen Buchhändler sprach sich eindeutig gegen eine Zensur aus. Eine Schule habe zwar das Recht, zu entscheiden welche Bücher sie den Schülern in die Hand gebe, aber "solch angesehene Bücher zu verbieten, kann nur dazu führen, dass die Schule weltfremd aussieht".

Für die britischen Elternverbände war die Entscheidung der Schulleiterin eine "große Überraschung". Eine Sprecherin sagte:" Wenn sie einen ordentlichen Religionsunterricht haben und den Kindern beibringen, was sie über Religion wissen müssen, dann kann ich keine Gefährdung erkennen".

Die Leiterin der St.-Mary's-Island-Schule in Chatham, Carol Rookwood, ließ die Bücher verbieten, weil sie angeblich gegen die Bibel und die religiöse Moral an ihrer Schule verstoßen würden. Die Harry-Potter-Bücher erweckten, so die Pädagogin, zu Unrecht den Eindruck, dass Zauberer und Geister "nett und harmlos" seien. "Das ist nicht, was die Bibel uns lehrt".

Nach Auskunft einer Sprecherin des Carlsen Verlages gebe es in Deutschland bisher keine negativen Reaktionen auf die Potter-Bücher. "Die Autorin Joanne Rowling hat gerade eine unglaublich erfolgreiche Lesereise hinter sich gebracht. Misstöne gab es dabei von nirgendwo", sagte die Sprecherin. Nach Angaben des Verlags wurden die deutschsprachigen Ausgaben der drei Potter-Bücher in rund eineinhalb Jahren fast eine Million mal verkauft.



© SPIEGEL ONLINE 2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.