Sprachhumorist Harry Rowohlt Eine Zitatauswahl

"Sagen, was man denkt. Und vorher was gedacht haben." Harry Rowohlt konnte das Leben so treffend und amüsant beschreiben wie kaum ein anderer. Eine Auswahl.


Harry Rowohlt - eine Zitatauswahl
"Dick, faul und gefräßig."

Auf die Interview-Frage im "Bonner General-Anzeiger, wie er sich in drei Worten beschreiben würde.

"Kaum sag ich was, in diesen Zeiten, zu diesen Zeiten, schon kriege ich zwei Wörter zu hören: 'Blauäugig' und 'Stammtischpolitiker': Die Leute, die das sagen, sagen das in der Hoffnung, ich würde nun die Klappe halten. Da kennen sie mich aber schlecht."

In der "Zeit"-Kolumne "Pooh's Corner".

"Wenn ich den Namen 'Angela' lese, ergänze ich immer noch blitzschnell 'Davis' und nicht 'Merkel'. Naja, waren schließlich beide in der FDJ eine ziemliche Nummer."

In einem Brief an den "Freitag" dazu, warum ihm die Deutsche Einheit egal ist.

"Sagen, was man denkt. Und vorher was gedacht haben."

In der "FAZ" auf die Frage nach seiner Lieblingstugend.

"Och Gott, weiß ich doch auch nicht. Von wo aus betrachtet?"

In der "Zeit" auf die Frage darauf, was links sein heute bedeutet.

"Mit seinem Dreiteiler und seinem Monokel? Nee, das ist mir zu viel Gedöns."

Im "Freitag" auf die Frage darauf, ob Karl Marx optisch ein Vorbild für ihn ist.

"Wissen Sie, wie wir harten Säufer Silvester nennen: die lange Nacht der Amateure."

Im Interview mit dem "Falter".

"Ich habe, glaube ich, die große Begabung, Sachverhalte allgemeinverständlich zu machen, aber nur, wenn ich sie selbst vorher kapiert habe. Was die Anzahl der Sachverhalte empfindlich einschränkt."

Im Interview mit dem "Deutschlandradio Kultur" dazu, was er mit "Pu, dem Bär" gemeinsam hat.

"Früher, wenn man sich keine Namen merken konnte, hieß das vergesslich. Inzwischen heißt das Alzheimer. Und wieder muss man sich einen Namen merken."

In der "Zeit"-Kolumne "Pooh's Corner".

"Man muss Augen haben / Augen für erstaunlich Erfreuliches und so / Wenn man nur Augen hat / Für ranzige Nüsse, mit Spucke gefüllt / Wie will man dann / Ich hab gesagt: Wie will man dann / Sag mir: Wie will man dann / Die Schokolade finden, die einem zusteht?"

Aus der Übersetzung des Kinderbuchs "Sie sind ein schlechter Mensch, Mr Gum" von Andy Stanton.



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