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12. Dezember 2014, 11:13 Uhr

Ismail Kadares "Die Pyramide"

Menschliche Hybris und totalitäre Macht

Ismail Kadare gilt als einer der Favoriten für den Literaturnobelpreis. In "Die Pyramide" erzählt er die Geschichte vom Bau eines Weltwunders als eiskalte Parabel.

Cheops möchte nicht, aber was gilt schon die Laune des Herrschers, wenn kosmische Gesetze die Errichtung eines gigantischen Grabmals verlangen? Nicht mehr als die Leben unzähliger Steineschlepper vom Nil.

"Die Pyramide" erzählt den universalen Stoff vom Himmelsbau zu Gizeh als eisige Parabel auf menschliche Hybris und totalitäre Macht, und weil Ismail Kadare die Ohnmachtserfahrung Kafkas mit dem respektlosen Witz Voltaires verknüpft, entkleidet er die monströsen Höcker in der Wüste vom Blendwerk historischer Legenden: ein literarischer Triumph. hjw

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