Tote Terf in der »Cormoran Strike«-Reihe Verarbeitet J.K. Rowling in ihrem neuen Krimi die Anfeindungen aus dem Netz?

Die »Harry Potter«-Erfinderin Joanne K. Rowling steht wegen ihrer Ansichten zu trans Menschen in der Kritik, sie beklagt sich über Hass im Netz. Ihre Erfahrungen verarbeitet sie offenbar nun in ihrem neuen Roman.
Ihr neuer Roman kommt in England nicht gut weg: Joanne K. Rowling

Ihr neuer Roman kommt in England nicht gut weg: Joanne K. Rowling

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Stuart C. Wilson / Getty Images

Seit Jahren veröffentlicht die »Harry Potter«-Autorin Joanne K. Rowling unter dem Pseudonym Robert Galbraith eine Krimi-Serie, der neueste ist bereits der sechste Band der Cormoran-Strike-Reihe. In England ist »Das tiefschwarze Herz« bereits erschienen, in Deutschland ist es am 7. September so weit.

Besonders ein Handlungsstrang sorgt bereits für Aufsehen: Eine junge Frau wird ermordet, der Internet-Trolle Transphobie vorwerfen. Rowling selbst wird oft wegen ihrer Ansichten als terf bezeichnet, eine Abkürzung für »Trans Exclusive Radical Feminist«, also eine Feministin, die transgender Menschen ausschließt. In einem persönlichen Essay und bei Twitter schreibt sie, »Frau« solle ein biologischer Terminus bleiben, und sie sei dagegen, die Türen von Toiletten und Umkleiden sperrangelweit aufzureißen für jeden Mann, der glaube oder fühle, er sei eine Frau.

In sozialen Netzwerken wurde sie für ihre Meinung heftig angegriffen, auch Morddrohungen erhält Rowling eigenen Angaben zufolge. Ihr neuer Roman führt nun eine durch YouTube bekannte Cartoonistin vor, die zunächst online terrorisiert und später erstochen wird, weil sie einen Clip veröffentlicht hatte, in dem ein doppelgeschlechtlicher Wurm eine Rolle spielt und den einige Nutzer als transphob verdammen.

In einer Radiosendung mit dem Moderator Graham Norton sagte Rowling, mit dieser Figur verarbeite sie mitnichten eigene Erfahrungen. »Ich hatte das Buch schon geschrieben, lange bevor diese Dinge mir online passiert sind«, so Rowling.

Die Presse in England lässt trotzdem kein gutes Haar an »Das tiefschwarze Herz«, was aber mehr mit der Länge des Romans zu tun hat als mit der betreffenden Passage. Die »Sunday Times« moniert : »Kein Thriller sollte 1200 Seiten lang sein«, und der Kritiker des »Telegraph« stöhnt : »Es fällt wirklich schwer zu ergründen, warum die späteren Bücher der Reihe mehr als 1000 Seiten lang sein müssen, wenn sie nicht mehr Tiefe haben oder emotionaler sind als die früheren.«

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