Nach 27 Jahren John le Carré bringt George Smiley zurück

Mit 85 Jahren bringt John le Carré, berühmt für seine Spionage-Romane, ein neues Buch heraus. Hauptfigur wird George Smiley sein, der bebrillte, beleibte Agent, der schon in fünf seiner Romane die Hauptfigur war.

John Le Carré
AP

John Le Carré


George Smiley ist nicht gerade der glücklichste Mensch unter der Sonne. Seine Frau betrügt ihn regelmäßig, er ist bebrillt und zu dick, und seine Liebe zu deutscher Barocklyrik macht ihn nicht unbedingt lebensfähiger. Der Antiheld Smiley ist die wohl eindrücklichste Figur von Autor John le Carré. Dieses Jahr bringt der 85-Jährige ihn mit einem neuen Roman zurück.

"A Legacy of Spies" wird am 7. September in England erscheinen. Das gab le Carrés Verlag Viking bekannt. Ein Veröffentlichungstermin für die deutsche Übersetzung steht noch nicht fest.

Der Roman werde laut Viking die Geschichte von George Smiley zu Ende erzählen. Details des Plots hält der Verlag geheim, allem Anschein nach wird aber nicht Smiley selbst, sondern sein Protegé Peter Guillam im Mittelpunkt von "A Legacy of Spies" stehen. Der Roman, den le Carré laut Viking in den vergangenen zwölf Monaten "in einem Fieber" schrieb, soll Vergangenheit und Gegenwart zu einer Spionage-Geschichte verweben.

Gary Oldman als George Smiley in der Verfilmung von "Dame, König, As, Spion" von 2011
ddp images/ Studiocanal

Gary Oldman als George Smiley in der Verfilmung von "Dame, König, As, Spion" von 2011

George Smiley war die Hauptfigur in fünf Spionage-Romanen le Carrés: "Schatten von gestern", "Ein Mord erster Klasse", "Dame, König, As, Spion", "Eine Art Held" und "Agent in eigener Sache". In mehreren Romanen trat Smiley zudem als Nebenfigur auf, unter anderem im Klassiker "Der Spion, der aus der Kälte kam" und zuletzt "Der heimliche Gefährte".

Die Stoffe von John le Carré stammen zwar zu großen Teilen aus dem Kalten Krieg, seine Romane liefern aber immer noch oft die Vorlage für gefeierte Filme und Serien. Zuletzt verfilmte die BBC "The Night Manager" als Mini-Serie, als Nächstes soll "Der Spion, der aus der Kälte kam" folgen.

kae



insgesamt 2 Beiträge
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hinschauen 08.03.2017
1.
"Die Stoffe von John le Carré stammen zwar zu großen Teilen aus dem Kalten Krieg..." steht im Artikel. Liebes Spon-Team: Schauen Sie mal nach, wie viel Bücher John le Carré nach dem Zusammenbruch des Ostblocks geschrieben hat, und wie viele davor. Sie werden erstaunt sein.
chrismuc2011 08.03.2017
2. @hinschauen
SPON hat geschrieben, die STOFFE ( also die Inhalte, Handlungen) der Bücher stammen zu großen Teilen aus dem Kalten Krieg. SPON hat nicht behauptet, John le Carré habe die Bücher zu großen Teilen WÄHREND des Kalten Krieges geschrieben. Kleiner aber feiner Unterschied. Außnahmsweise kann der SPON nicht der unsorgfältigen Ausdrucksweise bezichtigt werden. :-)
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