"Kulturpreis Deutsche Sprache" 70.000 Mark gegen Sprachverfall

Er soll ein Zeichen gegen die "kulturelle Selbstaufgabe" und den "Sprachverfall" sein. Im Herbst 2001 wird erstmals der mit 70.000 Mark dotierte "Kulturpreis Deutsche Sprache" verliehen.


Münster - Der Verein Deutsche Sprache hat den Kulturpreis zusammen mit der Baden-Badener Eberhardt- Schöck-Stiftung ins Leben gerufen. Die Auszeichnung solle helfen, "die Flucht der Deutschen aus ihrer Sprache und die würdelose Anbiederung der Medien und der Wirtschaft an die angelsächsische Sprache und Kultur zu bremsen", sagte der Vereinsvorsitzende Walter Krämer in Münster.

Der Preis werde künftig jährlich an Personen oder Einrichtungen vergeben, die sich "in besonderer Weise um die Pflege der deutschen Sprache und Kultur" im In- und Ausland verdient gemacht haben. "Mit dem Preis wollen wir ein Zeichen gegen Sprachverfall und kulturelle Selbstaufgabe setzen." Nach Angaben Krämers handelt es sich um den höchstdotierten Sprach- und Literaturpreis der Bundesrepublik.

Die Jury werde aus renommierten Wissenschaftlern, Journalisten, Schriftstellern und sprachpolitisch engagierten Personen bestehen. Der Verein Deutsche Sprache mit Sitz in Dortmund, der sich die Eindämmung der Anglizismen-Flut auf die Fahnen geschrieben hat, wurde 1997 gegründet. Laut Krämer hat er inzwischen über 10.000 eingetragene Mitglieder und sei damit der mit Abstand größte deutsche Sprachschutzverein.



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