Leipzig Abenteuerroman gewinnt Buchmesse-Preis

Mit seinem Abenteuerroman "Der Weltensammler" hat der Schriftsteller Ilja Trojanow den Belletristik-Preis der Leipziger Buchmesse gewonnen. Weitere Auszeichnungen gingen an Franz Schuh und Ragni Maria Gschwend.


Leipzig - Der mit je 15.000 Euro dotierte Preis der Leipziger Buchmesse wurde zum zweiten Mal verliehen. Trojanow erhielt die Auszeichnung heute in der Kategorie Belletristik für seinen Roman "Der Weltensammler" (Hanser). Die Jury lobte Trojanows Werk über den britischen Spion und Diplomaten Richard Francis Burton als "ebenso spannende wie tiefgründige Annäherung an eine der schillerndsten Gestalten des 19. Jahrhunderts". Mit orientalisch-sinnlicher Fabulierlust und großer Anschaulichkeit erzähle er von der Konfrontation mit fremden Kulturen sowie vom Reiz des Fremden und spiegele "in einer faszinierenden historischen Gestalt die drängenden Fragen der Gegenwart". Der 1965 in Sofia geborene und in Kenia aufgewachsene Autor lebt in Südafrika und hat bereits mehrere Romane veröffentlicht.

Gewinner des Preises der Leipziger Buchmesse: Ilja Trojanow, Ragni Maria Gschwend, Franz Schuh
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Gewinner des Preises der Leipziger Buchmesse: Ilja Trojanow, Ragni Maria Gschwend, Franz Schuh

In der Sparte Sachbuch/Essayistik wurden der Wiener Autor Franz Schuh für seine Aufzeichnungen "Schwere Vorwürfe, schmutzige Wäsche" (Zsolnay) geehrt. Schuhs Texte  beleuchten nach Meinung der Jury "alle Bereiche der menschlichen Existenz und stellen oft in äußerst verknappter Form Reflexionen über Liebe, Glück und Vergeblichkeit alles menschlichen Strebens in verblüffende Zusammenhänge". Die Formen des philosophischen Nachdenkens machten die Texte des Jean-Améry-Preisträgers für Essayistik zu "sprachlichen Kostbarkeiten, die eine große Linie dieses Genres von Kafka bis Polgar in das 21. Jahrhundert hinüberretten".

Auch die in Freiburg lebende Übersetzerin Ragni Maria Gschwend für ihre Bearbeitung von Antonio Morescos Roman "Aufbrüche" (Ammann) aus dem Italienischen. Ihr Preise sei es gelungen, die vertrackte Bilderwelt des Romanciers in einen visionären Kosmos zu übertragen, der im Deutschen seine eigene Traumlogik bewahre. Ihre besondere Leistung habe auch darin bestanden, "den ganz eigenen Wortkosmos des Autors, die Neologismen und Worterfindungen in ein Deutsch zu übertragen, das seine Sogkraft auf keiner der 650 Seiten verliert".

Der Preis der Leipziger Buchmesse wird von der Leipziger Messe mit Unterstützung der Stadt Leipzig und des Freistaates Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Literarischen Colloquium Berlin vergeben. Der Jury gehörten neben dem Vorsitzenden Martin Lüdke (SWR) unter anderen die Journalisten Franziska Augstein ("Süddeutsche Zeitung"), Richard Kämmerlings (Frankfurter Allgemeine Zeitung") und Sigrid Löffler ("Literaturen") an. In jeder Kategorie gab es fünf Nominierungen. Die Verlage reichten insgesamt 733 Titel ein.

Bei der ersten Verleihung des Preises im vergangenen Jahr hatten Die Schriftstellerin Terézia Mora, der Philosoph Rüdiger Safranski und der Übersetzer Thomas Eichhorn gewonnen.

bor/dpa



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