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13. März 2014, 17:13 Uhr

Literaturauszeichnung

Sasa Stanisic erhält den Preis der Leipziger Buchmesse

Wo sich Fuchs und Ossi Gute Nacht sagen: Für seine Uckermark-Tragikomödie "Vor dem Fest" erhält Sasa Stanisic den Preis der Leipziger Buchmesse. Der Roman galt vor der Kür auch als Favorit für die Auszeichnung.

Leipzig/Hamburg - Eine Dorfgemeinschaft mit Landschaftsmalerin, Sterni-Proleten und Heimatarchivarin: In seinem Roman "Vor dem Fest" wagt sich der gebürtige Bosnier Sasa Stanisic tief in urgermanische Gefilde und erzählt von der Nacht vor dem traditionellen Dorffest. Sein Porträt eines fiktiven Uckermark-Weilers überzeugt durch Witz, Tragik und stilistisches Raffinement - und ist geografisch das Gegenstück von Stanisics Debüt "Wie der Soldat das Grammofon repariert", das vom Jugoslawien-Krieg und der Flucht nach Deutschland handelte.

Das nun ausgezeichnete Zweitwerk des 36-jährigen erscheint acht Jahre nach dem international erfolgreichen Vorgänger und aktualisiert das Genre des Dorfromans mit seinen skurrilen Archetypen und überpräsenten Uraltgeschichten.

Jetzt wurde der Autor mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik geehrt. Die Auszeichnung ist mit 15.000 Euro dotiert. "Ein Roman als furioser Chorgesang in Prosa", urteilte die Jury.

In der Kategorie Sachbuch/Essayistik ging die Auszeichnung an Helmut Lethen für das Buch "Der Schatten des Fotografen". In einem Streifzug durch die Kunst- und Mediengeschichte des 20. Jahrhunderts geht er der Wirkung von Fotos nach. Den Preis für die beste Übersetzung erhielt Robin Detje für seine Übertragung des Buches "Europe Central" von William T. Vollmann aus dem amerikanischen Englisch. Der Preis der Leipziger Buchmesse wurde zum zehnten Mal verliehen. Den Belletristik-Preis hatte im Vorjahr David Wagner erhalten.

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