Literatur Mohamed Choukri ist tot

Einer der bedeutendsten zeitgenössischen Literaten der arabischen Welt ist tot. Der marokkanische Schriftsteller Mohamed Choukri erlag am Samstag in Rabat im Alter von 68 Jahren einem Krebsleiden.

Hamburg/Rabat - "Sein Tod bedeutet einen enormen Verlust für die marokkanische Literatur", teilte König Mohammed VI. in einem Beileidsschreiben mit. Choukri wurde 1935 geboren. Er wuchs unter ärmlichen Verhältnissen auf und litt unter einem tyrannischen Vater, der seinen Bruder eigenhändig umbrachte. Choukri floh aus seiner Familie und versuchte sich in seiner frühen Jgend als Schuhputzer, Bettler, Dieb, Zuhälter, Dealer und Schmuggler. Erst im Gefängnis lernt er Lesen und Schreiben.

In den sechziger Jahren lernt er in Tanger Jean Genet, Tennessee Williams, Samuel Beckett und Paul Bowles kennen. Bowles übersetzt 1973 den ersten Teil von Choukris Autobiographie Das nackte Brot ins Amerikanische, Tahar Ben Jelloun übersetzt es 1980 ins Französische. 1983, im Jahr der arabischen Erstveröffentlichung des Buches, wurde das Buch in seinem Heimatland verboten, weil es angeblich religiöse Empfindungen wie die Unantastbarkeit des Vaters verletzte. Nachdem das marokkanische Regime aber selbst den religiösen Fundamentalismus fürchten lernte, konnte er 1992 den zweiten Teil seiner Autobiographie problemlos veröffentlichen.

Bis kurz vor seinem Tod leitete der Autodidakt einen literarischen Zirkel in einer Bar in Tanger.