Literaturnobelpreis Zwei neue Mitglieder verstärken Jury

Die Jury für den Literaturnobelpreis hat zwei neue Mitglieder. Die Schriftstellerin Kristina Lugn und der Kritiker Jesper Svenbro wurden feierlich in ihr Amt eingeführt. Andere Juroren verzichten weiterhin aus Protest auf ihren Sitz.


Stockholm - "Stuhl Nummer 9" und "Stuhl Nummer 14" der schwedischen Akademie sind wieder besetzt. In einer großen Feier wurden die Schriftstellerin und Theaterleiterin Kristina Lugn, 58, und der Literaturkritiker Jesper Svenbro, 62, in ihr neues Amt eingeführt. Sie nehmen damit die Plätze von Lars Gyllenstein und Östen Sjölstrand ein, die in diesem Jahr gestorben waren. Zu der Feier kamen auch König Carl XVI. Gustav und Königin Silvia.

Seit 220 Jahren schreiben die Regeln der Akademie vor, dass ein neuer Kandidat erst gewählt werden kann, wenn eines der 18 Mitglieder stirbt. Trotzdem war Gyllensteins "Stuhl Nummer 14" schon seit 1989 leer gewesen – der Schriftsteller hatte damit gegen das Schweigen der Akademie zur Verfolgung von Salman Rushdie durch islamistische Fundamentalisten protestiert.

Auch wenn dieser Stuhl nun wieder besetzt ist, bleiben zwei weitere Plätze frei. Denn auch die Schriftsteller Knut Ahnlund und Kerstin Ekman nehmen aus Protest derzeit ihre Aufgaben nicht wahr.

Bei der Vergabe des Literaturnobelpreises schlägt zunächst das fünfköpfige Nobel-Komitee aus hunderten von Einsendungen mehrere Kandidaten vor. Aus dieser Vorauswahl bestimmt die 18-köpfige Jury der Schwedischen Akademie den Sieger. Am 10. Dezember wurde der türkische Autor Orhan Pamuk mit dem berühmten Literaturpreis geehrt.

sto/dpa



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