Literaturpreis Leipziger Buchmesse zeichnet "Anti-Familienroman" aus

Die publikumswirksamste Literaturauszeichnung des Frühjahrs ist verliehen und geht wieder an ein Ost-Buch: Sibylle Lewitscharoff erhält für "Apostoloff" den Preis der Leipziger Buchmesse. Auch die Auszeichnungen für Sachbuch und Übersetzung wurden vergeben.


Vergesst Büchnerpreis, Kleistpreis und wie sie alle heißen: Der Preis der Leipziger Buchmesse, der am Donnerstag verliehen wurde, ist neben dem Deutschen Buchpreis der Umsatzgarant unter den bundesdeutschen Literaturauszeichnungen: Die preisgekrönten Romane kommen in aller Regel auf die Bestsellerliste - dazu erhält die Autorin ein Preisgeld von 15.000 Euro. In diesem Jahr fiel die Wahl der Jury auf Sibylle Lewitscharoffs Buch "Apostoloff", die mit rauem Humor erzählte Geschichte einer Bulgarienreise. Ein, so die Jury in ihrer Begründung, "von antiödipalem Furor gepeitschter, von jeglicher Nostalgie bereinigter Anti-Bulgarien, Anti-Familienroman."

Preisträgerin Lewitscharoff: Anti-Bulgarischer Furor
DDP

Preisträgerin Lewitscharoff: Anti-Bulgarischer Furor

Damit setzte sich die in Berlin lebende Autorin gegen so bekannte Schriftsteller wie Wilhelm Genazino und Daniel Kehlmann durch, die ebenfalls auf der aus insgesamt sechs Titeln bestehenden Shortlist standen. 2008 war Clemens Meyers "Die Nacht, die Lichter" Buch des Jahres geworden - wie schon in den vergangenen Jahren profiliert sich der Preis so als eine Auszeichnung, die bevorzugt an Autoren mit ostdeutschen oder osteuropäischen Themen geht.

In der Kategorie Sachbuch/Essayistik wurde der Berliner Politikwissenschaftler Herfried Münkler für sein Buch "Die Deutschen und ihre Mythen" ausgezeichnet. Für die beste Übersetzung Eike Schönfelds Übertragung von Saul Bellows Roman "Humboldts Vermächtnis".

sha



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