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12. Dezember 2014, 11:15 Uhr

Lydia Davis' "Kanns nicht und wills nicht"

Hier stimmt alles, nur der Titel nicht

Der "New Yorker" nennt sie "einen der originellsten Köpfe der amerikanischen Literatur": Mit dem Erzählband "Kanns nicht und wills nicht" bestätigt Lydia Davis, warum sie von anderen Schriftstellern bewundert wird.

So sehr man auch sucht: Unter den 123 Miniaturen dieses Prosabands findet sich kein einziger Beleg für den Titel, und Davis' Makellosigkeit zu bemäkeln wäre angesichts der anstrengungslosen Eleganz ihrer Texte bloß angestrengt herbeigeredeter Quatsch.

So bleibt nur zu wiederholen, was Jonathan Franzen, Joyce Carol Oates, Zadie Smith und Jeffrey Eugenides längst angemerkt haben: Davis kanns, und der Leser wills bald nicht mehr nicht missen - den präzisen, geistreichen Witz dieser kurzen Texte, die zu Begleitern werden können im Alltag. hjw

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