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Literaturpreis Mathias Énard gewinnt den Prix Goncourt

Bekannt wurde er 2008 mit einem Roman, der aus einem einzigen Satz besteht. Für sein neues Werk wurde der französische Autor Mathias Énard mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet, der als die wichtigste Literaturauszeichnung Frankreichs gilt.
Mathias Énard: Prix Goncourt für "Kompass"

Mathias Énard: Prix Goncourt für "Kompass"

Foto: THOMAS SAMSON/ AFP
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Der Prix Goncourt geht dieses Jahr an den französischen Schriftsteller Mathias Énard. Der 43-Jährige erhielt am Dienstag den wichtigsten Literaturpreis in Frankreich für seinen Roman "Boussole". In dem komplexen Erzählwerk mit poetischen und essayistischen Passagen befasst sich der Kenner des Mittleren Ostens mit dem Bild des Orients in der westlichen Welt.

Énard zeigte sich "außerordentlich glücklich" über die Auszeichnung. Er war im Vorfeld neben Hédi Kaddour als Favorit für den Preis gehandelt worden. Der Schriftsteller studierte die arabische und persische Sprache und gilt als Kenner des Mittleren Ostens. Seit dem Jahr 2000 lebt er in Barcelona.

Im Jahr 2008 war Énard mit seinem Roman "Zone" bekannt geworden.  Das Buch taucht in den Bewusstseinsstrom eines Söldners des Jugoslawienkrieges ein: Ein einziger Satz zieht sich über 500 Seiten. Das Buch wurde bei seinem Erscheinen als Weltliteratur gefeiert. Énards jetzt ausgezeichneter neuer Roman wird unter dem Titel "Kompass" im August 2016 bei Hanser erscheinen.

Der Prix Goncourt wird seit 1903 jeweils im Spätherbst verliehen. Die Jury besteht aus zehn Schriftstellern, die nicht Mitglied der Académie française sein dürfen. Der Goncourt ist trotz seiner Bedeutung als wichtigster französischer Literaturpreis nur mit symbolischen 10 Euro Preisgeld dotiert. Die Auszeichnung hat aber großen Einfluss auf die Verkaufszahlen des ausgezeichneten Werks.

kae/afp