"Menschenkind" Josef Winkler bekommt Büchner-Preis

Tod, Homosexualität und Katholizismus sind seine Themen: Der diesjährige Georg-Büchner-Preis geht an den österreichischen Schriftsteller Josef Winkler. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung mit.


Darmstadt - Die Jury der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung teilte zur Begründung der Preisvergabe mit: "Josef Winkler hat auf die Katastrophen seiner katholischen Dorfkindheit mit Büchern reagiert, deren obsessive Dringlichkeit einzigartig ist." Sein erster Roman von 1979 trägt den Titel "Menschenkind". 1982 erschien von ihm "Muttersprache", 2001 "Natura morta".

Autor Winkler: Träger des Büchner-Preises 2008
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Autor Winkler: Träger des Büchner-Preises 2008

Winkler wurde am 3. März 1953 in dem Weiler Kamering in Kärnten geboren und wuchs als Jüngster von sechs Geschwistern in einer patriarchalisch-konservativen Bauernfamilie auf und lebt heute in Klagenfurt.

Seit 1982 arbeitet er als freier Schriftsteller und ist Lehrbeauftragter an der Universität Klagenfurt. Im Sommersemester 2007 hatte er die Poetikdozentur an der Universität in Frankfurt am Main inne. Er wurde unter anderem mit dem Kranichsteiner Literaturpreis (1990), dem Bettina-von-Arnim-Preis (1995) und dem Alfred-Döblin-Preis (2001) ausgezeichnet.

Der Büchner-Preis gilt als die bedeutendste deutsche Auszeichnung für Literatur und ist mit 40.000 Euro dotiert. Überreicht wird die Auszeichnung auf der Herbsttagung der Akademie, die vom 30. Oktober bis zum 1. November in Darmstadt stattfindet.

Ausgezeichnet werden Autoren, die "durch ihre Arbeiten und Werke in besonderem Maße hervortreten und die an der Gestaltung des gegenwärtigen deutschen Kulturlebens wesentlichen Anteil haben", wie es in der Satzung des Büchner-Preises heißt. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderen Erich Kästner, Max Frisch, Günter Grass, Heinrich Böll und Elfriede Jelinek.

Im vergangenen Jahr hatte die Verleihung des Büchner-Preises an den Frankfurter Schriftsteller Martin Mosebach Diskussionen ausgelöst. Außerdem wollte die Akademie für Sprache und Dichtung am Montagabend die Träger des diesjährigen Sigmund-Freud-Preises für wissenschaftliche Prosa und des Johann-Heinrich-Merck-Preises für literarische Kritik bestimmen. Die Namen der Preisträger sollen aber erst später bekanntgegeben werden.

hoc/dpa/AP



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