Renommierte Literatur-Ehrung Mithu Sanyal und Christian Kracht stehen auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis

»Stilistischer, formaler und thematischer Reichtum der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur«: Mithu Sanyal, Christian Kracht und Norbert Gstrein sind auf der Shortlist des Buchpreises.
Mithu Sanyal: auf der Shortlist

Mithu Sanyal: auf der Shortlist

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Henning Kaiser / picture alliance/dpa

Drei Männer und drei Frauen stehen auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2021. Wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Dienstag bekannt gegeben hat, sind Norbert Gstrein (»Der zweite Jakob«), Monika Helfer (»Vati«), Christian Kracht (»Eurotrash« ), Thomas Kunst (»Zandschower Klinken«), Mithu Sanyal (»Identitti«) und Antje Rávik Strubel (»Blaue Frau«) in die engere Auswahl für den renommierten Literaturpreis gekommen.

Die sechs Finalisten zeigten »den stilistischen, formalen und thematischen Reichtum der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur«, sagte Jurysprecher Knut Cordsen. Sie zeugten zudem »von der immensen Lust und hohen Könnerschaft, Geschichten zu erzählen«.

Die Mischung der Nominierten ist einigermaßen facettenreich: Zwei von ihnen stammen aus Ostdeutschland, eine aus Westdeutschland. Kracht ist Schweizer, Gstrein und Helfer stammen aus Österreich. Als Tochter einer Polin und eines Inders hat Sanyal zudem einen internationalen Hintergrund. Sie ist die einzige Debütantin auf der Shortlist.

Sanyals Roman »Identitti« handelt von einer Professorin für interkulturelle Studien, die vorgibt, Inderin zu sein und nach ihrer Entlarvung einen Shitstorm erntet. Damit schlägt es voll in die gerade tobende Identitätsdebatte, in der darum gestritten wird, wer für welche Minderheit sprechen darf.

Welches Buch die Jury am Ende als den besten Roman des Jahres 2021 auszeichnen wird, steht in vier Wochen fest: Die Ehrung wird am Vorabend der Frankfurter Buchmesse überreicht – in diesem Jahr am 18. Oktober. Der Preisträger oder die Preisträgerin erhält 25.000 Euro, die übrigen fünf Autorinnen und Autoren der Shortlist jeweils 2500 Euro.

Die Jury hatte in diesem Jahr 230 Titel gesichtet. Ende August hatte die Jury die 20 Titel der Longlist bekannt gegeben. Inzwischen ausgeschieden sind unter anderem Georges-Arthur Goldschmidt, Heinz Strunk, Franzobel und Sasha Marianna Salzmann.

cbu/dpa
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