Umstrittene Schriftstellerin Monika Maron hat neuen Verlag gefunden

Ihre Äußerungen zum Islam und zu Männlichkeitsidealen sorgten für Diskussionen, der S. Fischer Verlag trennte sich von ihr. Nun wird Monika Maron ihre Werke bei Hoffmann und Campe veröffentlichen.
Schriftstellerin Monika Maron: Neue literarische Heimat bei Hoffmann und Campe

Schriftstellerin Monika Maron: Neue literarische Heimat bei Hoffmann und Campe

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Gerhard Leber / imago images

Nach über 40 Jahren Zusammenarbeit trennte sich im Oktober der S. Fischer Verlag von Monika Maron. Jetzt wird bekannt, dass sie einen neuen Verlag gefunden hat.

Der Hamburger Verlag Hoffmann und Campe gibt einer Pressemitteilung bekannt, dass Monika Marons Werke in Zukunft dort erscheinen werden. Schon im Dezember soll eine neue Erzählung veröffentlicht werden, 2021 ein bereits geplanter Essayband folgen, und laut Hoffmann und Campe arbeitet Maron auch an einem neuen Roman.

Verleger Tim Jung wird in der Pressemitteilung mit den Worten zitiert: "Monika Maron ist eine der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellerinnen der Gegenwart, die mit ihrem Schaffen dem gesellschaftlichen Diskurs, der für eine lebendige Demokratie unabdingbar ist, immer wieder wichtige Impulse gibt." Maron selbst spricht davon, der Verlag werde im freiheitlichen Geist Heinrich Heines geführt.

Monika Maron wurde unter anderem mit dem Kleist-Preis, dem Friedrich-Hölderlin-Preis und dem Deutschen Nationalpreis ausgezeichnet. Bekannt wurde sie 1981 mit dem Roman "Flugasche" über die Umweltzerstörung in der DDR. Viele ihrer Romane handeln von Menschen in der DDR oder zur Wende­zeit, die sich gegen gesell­schaftlichen Anpassungs­druck auflehnen. 

Seit einigen Jahren fiel sie allerdings zunehmend mit umstrittenen Äußerungen auf. Ein Band mit Essays von Maron war im Frühjahr in der "Exil"-Reihe des Dresdner Buchhauses Loschwitz von Susanne Dagen erschienen. Die Buchreihe wird unter anderem über den Antaios-Verlag des neurechten Götz Kubitschek vertrieben, dessen "Institut für Staatspolitik" vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

Maron selbst besteht darauf, nicht rechts zu sein. In einem Gespräch  mit dem SPIEGEL sagte sie: "Es kann nicht sein, dass alles, was nicht links ist, automatisch rechts ist. Es muss doch etwas dazwischen geben."

kae